Hebung des Wracks der "Sewol" | Bildquelle: AFP

Südkorea Wrack der "Sewol" gehoben

Stand: 23.03.2017 07:02 Uhr

Mehr als 1000 Tage lag die südkoreanische Fähre "Sewol" auf dem Meeresgrund vor der Küste des Landes. 304 Menschen starben bei ihrem Untergang, einige Leichen werden nach wie vor in dem Schiffskörper vermutet. Nun wurde die "Sewol" gehoben.

Fast drei Jahre nach der "Sewol"-Schiffskatastrophe vor Südkorea mit 304 Toten haben Spezialisten das Wrack aus dem Meer gehoben. Am frühen Morgen (Ortszeit) ragte die rechte Seite der 146 Meter langen Fähre zwischen zwei großen schwimmenden Plattformen aus dem Wasser heraus, wie südkoreanische Sender berichteten. Der knapp 7000 Tonnen schwere Schiffskörper hatte zuvor vor der südwestlichen Insel Jindo in 40 Meter Tiefe unter Wasser gelegen.    

Die "Sewol" war am 16. April 2014 gesunken. Untersuchungen hatten ergeben, dass sie überladen war. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Bei dem Unglück konnten sich nur 172 Menschen retten. 295 Leichen wurden geborgen, neun Menschen gelten bis heute als vermisst.

Wrack der "Sewol" gehoben
tagesschau 14:00 Uhr, 23.03.2017

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Entscheidung nach Probelauf

Die ursprünglich für vergangenes Jahr geplante Bergung war wegen schlechten Wetters mehrmals verschoben worden. Die Behörden hatten unter anderem befürchtet, dass das Wrack auseinanderbrechen könnte.

Nach einer Probehebung war erst am Mittwochabend beschlossen worden, die Bergung in vollem Umfang zu starten. Der Schiffskörper soll in den nächsten Tagen zunächst auf ein halbtauchfähiges Schiff geladen und dann in ein Trockendock im Hafen der Küstenstadt Mokpo geschleppt werden.

Die Behörden hatten als wichtigstes Ziel der Bergung genannt, die Leichen der noch nicht geborgenen Insassen zu finden. Das war auch eine der wichtigsten Forderungen der Opfer-Familien. 

Lebenslange Haft für Kapitän

Ein Jahr nach dem Untergang der "Sewol" hatte ein Berufungsgericht den Kapitän Lee Jun Seok zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Lee und der größte Teil der Besatzung hatten das Unglück überlebt, unter anderem weil sie zu den Ersten gehörten, die das Schiff verließen, während hunderte Passagiere im Inneren feststeckten.

Zugleich waren unzureichende Rettungsmaßnahmen der Behörden für das Ausmaß der Katastrophe mitverantwortlich gemacht worden. Sie lösten eine große Debatte über die öffentlichen Sicherheitsrichtlinien in Südkorea aus.

Hebung des Wracks der "Sewol" | Bildquelle: AFP
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Angehörige hoffen, dass nun die verbliebenen Vermissten aus dem Wrack geborgen werden können.

Kritiker machten die Regierung für die Fehler beim Rettungseinsatz verantwortlich und warfen der damaligen Präsidentin Park Geun Hye mangelnde Empathie vor. Unter anderem wurde ihr vorgeworfen, dass es nach dem Unglück sieben Stunden dauerte, bis sie an einer Regierungssitzung teilnahm. Die Debatte trug damit auch zur Amtsenthebung von Park bei.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2017 um 08:00 Uhr.

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