Bergungskräfte arbeiten am Wrack der "Sewol" | Bildquelle: AP

Funde in "Sewol"-Wrack Überreste stammen nicht vom Menschen

Stand: 28.03.2017 15:31 Uhr

Für wenige Stunden konnten Angehörige Hoffnung schöpfen, dass die neun Vermissten der "Sewol"-Katastrophe gefunden werden: Behörden hatten den Fund von menschlichen Überresten bekanntgegeben. Nun heißt es, es handele sich um Tierknochen.

Die Knochenfragmente, die nach der Bergung der südkoreanischen Fähre "Sewol" entdeckt wurden, stammen nicht von den neun vermissten Todesopfern des Fährunglücks vor fast drei Jahren. Das südkoreanische Seefahrtsministerium erklärte, die Knochenreste stammten von Tieren und nicht von Menschen. Dies hätten gerichtsmedizinische Tests ergeben.

250 Schüler kamen ums Leben

Das Wrack der "Sewol" war vergangene Woche in einer aufwändigen Aktion aus dem Meer gehoben worden. Die Fähre war am 16. April 2014 in der Nähe der Insel Jindo vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Von den 476 Menschen an Bord kamen 304 ums Leben, darunter 250 Schüler. Neun Todesopfer konnten jedoch nicht geborgen werden.

Wie Ermittler später herausfanden, war die Personen- und Autofähre überladen gewesen. Der Rechnungshof hat auch Korruption und fahrlässiges Verhalten südkoreanischer Beamter für das verheerende Fährunglück mitverantwortlich gemacht. Die Familien der Opfer warfen der Regierung vor, nicht genug für die Rettung der Passagiere getan zu haben.

Wie die Bergungsmannschaft mitteilte, wurden die Knochenstücke auf dem Tauchschiff gefunden, auf das die "Sewol" gehoben worden war. Die Fragmente hatten sich demnach wahrscheinlich in Sand befunden, der aus einer Öffnung in dem Wrack auf das Transportschiff gelaufen war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2017 um 12:00 Uhr.

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