Angehörige der Opfer des "Sewol"-Unglücks beobachten die Bergung des Fährwracks | Bildquelle: AFP

Bergung des "Sewol"-Wracks Mögliche Überreste von Vermissten gefunden

Stand: 28.03.2017 13:33 Uhr

Mehr als 300 Menschen kamen vor fast drei Jahren ums Leben, als vor Südkoreas Küste die Fähre "Sewol" sank. Neun Passagiere gelten seit dem Unglück noch als vermisst. Nach der Bergung des Wracks gibt es nun Hinweise auf mögliche Überreste der Vermissten.

Vor knapp drei Jahren sank die Fähre "Sewol" vor der Küste Südkoreas. Hunderte Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben - bis heute gelten neun der Passagiere noch immer als vermisst. Nun wurden im Rahmen der Bergung des Wracks mehrere Knochenstücke entdeckt, die vielleicht zu den noch nicht gefundenen Opfern gehören.

Insgesamt wurden sechs Knochenstücke aus dem Wrack an Bord eines Lastschiffes gespült, das die havarierte "Sewol" in den Küstenort Mokpo schleppen soll. Hier wollen Einsatzkräfte das Wrack auf einem Trockendock durchsuchen, nachdem Wasser und Öl abgelassen worden sind.

295 Leichen bereits geborgen

Die gefundenen Überreste könnten zu einem oder auch zu mehreren noch vermissten Körpern gehören, teilte ein Sprecher des Meeres- und Fischereiministeriums mit. Die Untersuchung der Knochen einschließlich der Identifizierung könne zwei bis drei Wochen dauern.

Die meisten Opfer des Fährunglücks vom 16. April 2014 waren Schüler auf einem Ausflug. Von den 476 Menschen an Bord hatten sich nur 172 retten können. Aus dem Schiffsinnern und der Umgebung wurden damals 295 Leichen geborgen. Wie Ermittler später herausgefunden haben, war die Personen- und Autofähre überladen gewesen. Der Rechnungshof hat auch Korruption und fahrlässiges Verhalten südkoreanischer Beamter für das verheerende Fährunglück mitverantwortlich gemacht. Die Familien der Opfer warfen der Regierung vor, nicht genug für die Rettung der Passagiere getan zu haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2017 um 12:00 Uhr.

Darstellung: