US-Justizminister Jeff Sessions | Bildquelle: REUTERS

Russland-Affäre US-Justizminister Sessions sagt aus

Stand: 11.06.2017 01:57 Uhr

Vor dem US-Kongress könnte es zu einem weiteren Showdown in der Russland-Affäre kommen: US-Justizminister Sessions ist bereit, am Dienstag zu seinen Russland-Kontakten auszusagen. Zuvor hatte Ex-FBI-Chef Comey US-Präsident Trump mit seiner Aussage schwer belastet.

In der Russland-Affäre will US-Justizminister Jeff Sessions vor dem Geheimdienstausschuss des Senats erscheinen. Er sei zu einer Aussage vor dem Gremium bereit, schrieb er in einem Brief an Senator Richard Shelby, vor dessen Ausschuss zu Haushaltsfragen er eigentlich am kommenden Dienstag erscheinen wollte.

Angesichts der Berichte zu den jüngsten Aussagen des früheren FBI-Chefs James Comey müsse er diese Fragen nunmehr "in einem angemessenen Forum ansprechen", entschuldigte sich Sessions vorab für sein Fernbleiben bei Shelby und kündigte stattdessen seine Aussage vor dem Geheimdienstausschuss am Dienstag an. "Der Geheimdienstausschuss ist das passendste Forum für derartige Angelegenheiten", schrieb Sessions weiter.

Behinderung der Justiz?

Eine zentrale Frage in den Russland-Ermittlungen ist, ob US-Präsident Donald Trump den damaligen FBI-Direktor aufforderte, die Ermittlungen gegen den kurz zuvor zurückgetretenen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Diesen Vorwurf hatte Comey am vergangenen Donnerstag in seiner Aussage unter Eid wiederholt. Der US-Kongress will daher herausfinden, ob Trump gegebenenfalls in Gesprächen mit Comey versuchte, die Justiz zu behindern.

Sessions eigene Russland-Kontakte

Flynn hatte seinen Posten räumen müssen, als ans Licht kam, dass er US-Vizepräsident Mike Pence über Kontakte in die Irre führte, die er zum russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, hatte - noch bevor Trump vereidigt wurde.

Mit Kisljak hatte sich auch Sessions im vergangenen Jahr zwei Mal getroffen, dies aber bei Senatsanhörungen nach seiner Nominierung für die Spitze des Justizministeriums nicht gesagt. Als dies in Medienberichten publik wurde, zog sich Sessions im März von der Russland-Ermittlung wegen Befangenheit zurück. Trump hatte ihm sein "volles Vertrauen" ausgesprochen.

Demokratische Senatoren bezweifeln, dass es lediglich zwei Treffen gab. Sie verdächtigen Sessions, Kisljak bereits im April 2016 bei einem Event in Washington zum Thema Außenpolitik getroffen zu haben. Das Justizministerium hat erklärt, Sessions sei zwar dort gewesen, um eine Rede von Trump zu hören, es habe aber keine Treffen oder private Begegnungen gegeben.

Für das Justizministerium untersucht mittlerweile Sonderermittler Robert Mueller die Russland-Affäre.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2017 um 04:56 Uhr.

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