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EU-Beitrittskandidat Serbien
Frühere Milosevic-Ministerin soll Notenbankchefin werden
Aus Protest gegen das Notenbankgesetz in Serbien war der Chef der Bank, Soskic, zurückgetreten. Seine Nachfolge soll eine Frau antreten, die viele Serben noch aus einer anderen Funktion kennen: Jorgovanka Tabakovic. Sie war die letzte Wirtschaftsministerin des Diktators Milosevic.
Von Stephan Ozsváth, ARD-Hörfunkstudio Wien
Die letzte Wirtschaftsministerin des serbischen Diktators Slobodan Milosevic, Jorgovanka Tabakovic soll neue Notenbankchefin in Belgrad werden. In einer Erklärung, die auf der Internetseite des serbischen Parlaments veröffentlicht wurde, teilte sie mit, dass sie sich um den Posten bewerben werde. Der nationalistische Präsident Tomislav Nikolic hatte seine Parteifreundin für dieses Amt vorgeschlagen.
Die 52-jährige Finanzexpertin war zuletzt Vizechefin einer Bank in der kosovarischen Hauptstadt Pristina. Tabakovic soll nach Angaben eines Regierungssprechers morgen in einer Sondersitzung des Parlaments gewählt werden.
Serbien verabschiedet trotz EU-Kritik Zentralbankgesetz
S. Ozsváth, ARD Wien
05.08.2012 16:50 Uhr
Will die Regierung auf Devisenreserven zugreifen?
Sie folgt auf Dejan Soskic, der wegen des umstrittenen Notenbank-Gesetzes zurückgetreten war. Er befürchtet, dass sich die Regierung damit den Zugriff auf die Devisenreserven der Notenbank sichern will. Das Parlament hatte das Gesetz gestern trotz internationaler Proteste verabschiedet.
Serbien ist hoch verschuldet und hat die höchste Inflationsrate der Region. Wegen der Eingriffe in die Unabhängigkeit der Notenbank riskiert Serbien Rückschritte bei der Annäherung an die EU.
Stand: 05.08.2012 16:31 Uhr
