Britische und deutsche Soldaten legten am Ehrenmal in Laboe im Gedenken an die Opfer der Skagerrak-Seeschlacht Kränze nieder. | Bildquelle: dpa

Gedenken an Skagerrak-Schlacht Kreuze und Kränze für Tausende Opfer

Stand: 31.05.2016 20:48 Uhr

Mehr als 8500 Soldaten verloren bei der Skagerrak-Schlacht vor 100 Jahren vor der dänischen Küste ihr Leben. Heute wurde sowohl auf deutscher als auch auf britischer Seite in Gedenkzeremonien der Opfer gedacht.

Skagerrak - der Name steht nicht nur für das Meeresgebiet vor der dänischen Küste. Er steht vor allem für die als größte geltende Seeschlacht der Geschichte, bei der vor 100 Jahren Tausende Soldaten ihr Leben verloren. Heute wurde der Toten sowohl am Marinedenkmal in Laboe als auch auf den britischen Orkney-Inseln gedacht.

Direkt auf See - dort, wo am 31. Mai 1916 rund 250 Schiffe von britischer und deutscher Seite aufeinander trafen und sich stundenlange Gefechte lieferten - ließen die beiden deutschen Fregatten "Schleswig-Holstein" und "Brandenburg" sowie der britische Zerstörer "HMS Duncan" Kränze nieder. "Heute wird das Wasser schweigen, wenn britische und deutsche Mannschaften Kränze auf die Wellen legen, dort, wo so viele ihr Leben ließen", sagte Prinz Edward, der Herzog von Kent und Präsident der Kriegsgräberkommission des Commonwealth, der zu der Gedenkzeremonie nach Laboe gereist war.

Schlacht im Skagerrak | Bildquelle: dpa
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Der deutsche Schlachtkreuzer "Seydlitz" während der legendären Schlacht von Skagerrak im Mai/Juni 1916. Im Jahr 1916 lieferten sich Briten und Deutsche die wohl größte Seeschlacht der Geschichte.

850 Gedenkkreuze aufgestellt

Zu den insgesamt rund 370 Gästen, die am Ehrenmal des Ostseeortes der Kriegstoten gedachten, zählten auch der Chef des Stabes im Marinekommando, Konteradmiral Thorsten Kähler, und der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth. Er bezeichnete den Tod der mehr als 8500 Soldaten als "sinnloses und absurdes Opfer". Für die Verstorbenen wurden 850 Kreuze am Mahnmal aufgestellt.

Doch Roth schlug von der Vergangenheit auch den Bogen in die heutige Zeit: Mit Blick auf die Debatte um einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens betonte der SPD-Politiker: "Europa braucht Großbritannien, Großbritannien braucht aber auch die EU". Zwar sei die EU nicht perfekt, räumte Roth weiter ein, doch sie sei trotzdem "das erfolgreichste Friedens- und Demokratieprojekt der Welt".

Angehörige von Soldaten nehmen an Gottesdienst teil

Auf einem Soldatenfriedhof im schottischen Kirkwall erinnern Bundespräsident Gauck und die britische Prinzessin Anne an die vor 100 Jahren getöteten Männer. | Bildquelle: AP
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Auf einem Soldatenfriedhof in Lyness auf der Orkney-Insel
Hoy erinnern Bundespräsident Gauck und die britische Prinzessin Anne an die vor 100 Jahren getöteten Männer.

Auch auf britischer Seite wurde den Toten gedacht, die die Seeschlacht gefordert hatte: Rund 6000 der Toten werden zur britischen Marine gezählt. Die zentrale Gedenkfeier mit Gottesdienst fand im schottischen Kirkwall statt, der Hauptstadt der britischen Orkney-Inseln. Die Gewässer rund um die Orkneys beherbergten im Ersten und Zweiten Weltkrieg den riesigen britischen Flottenstützpunkt von Scapa Flow.

An der Zeremonie nahmen auch Bundespräsident Joachim Gauck, Großbritanniens Premierminister David Cameron und die britische Prinzessin Anne teil. Sowohl Gauck als auch Cameron mahnten zur Versöhnung. Angehörige der britischen und der deutschen Marine zitierten aus den Berichten von Überlebenden der Seeschlacht.

"Aus ehemaligen Feinden sind Partner geworden"

Auch Mathias Rix, Fregattenkapitän der "Schleswig Holstein", sprach in der St. Magnus-Kathedrale. Er betonte, dass mit Engländern und Deutschen aus ehemaligen Feinden heute Partner geworden seien, deren Miteinander etwas Selbstverständliches sei: "Wir teilen inzwischen so viel miteinander und arbeiten zusammen überall in der Welt, dass es ein schönes Gefühl ist, auch solche Momente miteinander zu teilen."

Mit Informationen von Gabi Biesinger, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Mai 2016 um 20:00 Uhr.

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