Eskalation in Syrien "Besser könnte es für Assad nicht laufen"

Stand: 16.02.2016 15:03 Uhr

Trotz der angestrebten Feuerpause eskaliert die Lage in Syrien. Die Armee nutzt die Situation, um mit russischer Unterstützung Geländegewinne zu erzielen. Die Opposition droht dagegen auseinanderzubrechen, sagt ARD-Korrespondent Schwenck - die Leidtragenden sind die Zivilisten.

Trotz der Vermittlungsbemühungen des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura verschlechtert sich die Situation in Syrien. Mehrere Krankenhäuser wurden beschossen, Zehntausende Menschen sind in der Region um Aleppo auf der Flucht. Präsident Bashar al-Assad sieht keine Chance für eine baldige Waffenruhe. Zudem will er nach Informationen von ARD-Korrespondent Volker Schwenck auch keine Übergangsregierung mehr akzeptieren - obwohl sich der UN-Sicherheitsrat bereits im vergangenen Jahr darauf geeinigt hatte.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zum Besuch von de Mistura in Damaskus
tagesschau24 11:00 Uhr, 16.02.2016

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Genfer Verhandlungen noch schwieriger

Die Friedensgespräche zwischen syrischer Regierung und Opposition in Genf dürften damit noch schwieriger werden, so Schwenck. Denn Oppositionsvertreter wollen nur verhandeln, wenn das Leiden der Zivilbevölkerung ein Ende hat. Doch danach sehe es nicht aus, zumal Russland - als wichtigster Verbündeter von Assad - nicht auf die Regierung in Damaskus einwirke.

Die Eskalation der Gewalt sei darin begründet, dass alle Beteiligten versuchen, möglichst große Geländegewinne zu erzielen, um ihre Position für mögliche Verhandlungen noch in letzter Minute zu stärken. Da die gemäßigte Opposition - die nichts mit dem IS zu tun hat - aber nicht über die Unterstützung verfügt, die die Armee durch Russland genießt, gerate sie in diesem Wettstreit ins Hintertreffen. "Sie ist in ihrer Gesamtheit bedroht, besser kann es aus syrischer und russischer Sicht nicht laufen", so Schwenck.

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