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Privatbank Julius Bär bestätigt Diebstahl von Kundendaten

Schweizer Banker wegen Datenklau verhaftet

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Diskrete Beratung solventer Kunden aus Deutschland: Züricher Privatbank Julius Bär

In der Schweiz ist ein Bankmitarbeiter unter dem Verdacht verhaftet worden, Datensätze an deutsche Steuerfahnder verkauft zu haben. Die Zürcher Privatbank Julius Bär bestätigte der Schweizer "Sonntagszeitung", dass nach einem Fall von Datenklau ein mutmaßlicher Täter identifiziert worden sei. Möglicherweise betroffene Kunden in Deutschland seien vorgewarnt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bank, Boris Collardi.

Der Verdächtigte sei an seinem Arbeitsort Zürich festgenommen und inzwischen von der Bank entlassen worden, bestätigte ein Banksprecher. Hinweise auf Mittäter soll es bislang nicht geben.

Die Bank Julius Bär war damit bereits zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren Ziel eines Datendiebs. Zu Art und Umfang der jetzt nach Deutschland verkauften Kundendaten äußerte sich das Geldinstitut nicht.

Privatbank Julius Bär bestätigt Steuerdaten-Diebstahl
H. J. Maurus, ARD Zürich
27.08.2012 09:45 Uhr

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Lücken im Datensystem sollen gestopft werden

In Züricher Bankerkreisen hieß es, die Schweizer Geldinstitute hätten ihre Kontrollmechanismen in letzter Zeit wegen des wiederholten Ankaufs von Steuer-CDs durch deutsche Behörden verschärft. Die Maßnahmen zielten darauf ab, Datendiebe zu enttarnen und die weitere Entwendung von Kundendaten so weit wie irgend möglich zu erschweren.

Zuletzt hatte Nordrhein-Westfalen im Oktober 2010 eine CD mit Daten von Julius Bär über Deutsche gekauft, die dort mutmaßlich unversteuerte Vermögen angelegt hatten. Dafür zahlte NRW 1,4 Millionen Euro. Die Daten führten zu zahlreiche Ermittlungen und Selbstanzeigen. Im April 2011 zahlte Julius Bär 50 Millionen Euro, damit die deutschen Behörden ihre Ermittlungen gegen die Bank und ihre Mitarbeiter einstellen.

Selbst Geschäftsleiter verkaufen Daten

Für internationales Aufsehen hatte der Fall des ehemaligen Geschäftsleiters der Julius-Bär-Filiale auf den Cayman-Inseln, Rudolf Elmer, gesorgt. Er hatte bis zu seiner Entlassung 2002 interne Kundendaten gesammelt und später an Steuerbehörden sowie die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben.

Elmer wurde festgenommen und wegen Verletzung des Bankgeheimnisses angeklagt. Verschiedene Gerichtsverfahren sind in diesem Zusammenhang noch anhängig; ein rechtskräftiges Urteil steht noch aus.

Viel Arbeit für die Staatsanwälte

In Nordrhein-Westfalen sollen nach dem Kauf von CDs mit Steuerdaten offenbar 2000 Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung" ohne Angaben von Quellen. Aktenzeichen seien bislang noch nicht angelegt, weil die Daten weiter geprüft würden.

Der Kauf von CDs mit Kundendaten ist in der Schweiz und auch in Deutschland höchst umstritten. Ein Steuerabkommen zwischen beiden Ländern, das Steuerflucht verhindern und den Ankauf von Datensätzen überflüssig machen soll, trifft aber auf den Widerstand von Bundesländern, die von der SPD und den Grünen regiert werden. Sie werden den Vertrag voraussichtlich im Bundesrat im Herbst blockieren. Nach ihrer Ansicht kommen mit dem Abkommen Steuerbetrüger zu günstig davon. Vorgesehen war eine Besteuerung der Vermögen. Die Täter sollten aber anonym bleiben.

Stand: 27.08.2012 10:30 Uhr

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