Mitarbeiter in einem Wahllokal in der Schweiz | Bildquelle: dpa

Volksabstimmung Schweizer lehnen Rentenreform ab

Stand: 24.09.2017 20:39 Uhr

Frauen sollten länger arbeiten und alle mehr in die Rentenkasse zahlen: In einer Volksabstimmung haben die Schweizer eine Reform des Rentensystems abgelehnt. Knapp 53 Prozent der Wähler votierten mit Nein gegen die Pläne der Regierung.

Die Schweizer haben eine Reform des Rentensystems abgelehnt. Knapp 53 Prozent der Wähler stimmten bei einem Referendum gegen die Änderung des bisherigen Systems, 47 Prozent votierten dafür. Der Vorschlag sah unter anderem vor, dass Frauen bis zum Alter von 65 Jahren und damit ein Jahr länger als bisher arbeiten sollten.

Im Gegenzug wollte die Regierung den Rentnern monatlich 60 Euro mehr Grundrente bezahlen. Dafür sollte die Mehrwertsteuer erhöht werden. Konservative und rechtsbürgerliche, aber auch linke Kräfte lehnten die Pläne ab.

Rückschlag für Sozial- und Christdemokraten

Das Ergebnis bedeutet einen Rückschlag für die an der Regierung beteiligten Sozialdemokraten (SP) und die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP). Die ebenfalls in der Regierung vertretenen Rechtspopulisten der Schweizerische Volkspartei (SVP) und die Liberalen lehnten die Änderungen bei der Altersvorsorge ab.

Weil es zur Mehrwertsteuererhöhung einer Verfassungsänderung bedarf, wäre zur Änderung des bisherigen Rentensystems außer einer Mehrheit bei den Stimmberechtigten auch eine Mehrheit in der Hälfte der 26 Kantone erforderlich gewesen. Auch diese Mehrheit wurde nicht erreicht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. September 2017 um 13:24 Uhr.

Darstellung: