Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

21.11.2009

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 17:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 15:00 Uhr
Inhalt
Ausland
Schweinegrippe: Die WHO rät zur Impfung
Impfaktion zur Schweinegrippe beginnt

Die WHO rät zur Impfung

In der kommenden Woche soll in Deutschland die Impfaktion gegen die Schweinegrippe beginnen. Viele Deutsche sind skeptisch, die WHO rät aber klar, sich impfen zu lassen. Mit dem Höhepunkt der Grippewelle rechnet die Weltgesundheitsorganisation zwischen Januar und März.

Von Pascal Lechler, ARD-Hörfunkkorrespondent Genf

Entwarnung an der H1N1-Front kann die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf kurz vor Beginn der Impfaktion in Deutschland nicht geben. 5000 Menschen starben bislang weltweit an der Schweingrippe - über 400.000 Erkrankungen sind seit dem Frühjahr aufgetreten.

Ein Apotheker hält den Impfstoff Pandemrix in der Hand (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Impfstoff Pandemrix. Am Montag beginnt in Deutschland die Impfaktion. ]
Bei der Erklärung der Schweinegrippe zur Pandemie, das war im Frühsommer, waren gerade mal 30.000 Fälle von Schweinegrippe gemeldet worden. Im September hatte sich die Zahl schon verzehnfacht. Allerdings beruhen die Zahlen inzwischen nur noch auf Schätzungen. Denn eine Überprüfung jedes Grippefalls wäre zu teuer und zu aufwendig. Modelle, um die Fallzahlen zu schätzen, verwendet die WHO aber auch bei der saisonalen Grippe und lag damit nie daneben, sagt Gregory Hartl von der WHO. Zählen sei nicht möglich, meint er, man könne nur schätzen. Und die Modelle dafür seien "ziemlich gut".

Was passiert in Europa, Nordamerika und Asien?

Die meisten Fälle von Schweinegrippe gibt es immer noch auf dem amerikanischen Kontinent. In Europa dagegen halten sich die Grippeerkrankungen - sei es mit der saisonalen Grippe sei es mit H1N1 - laut WHO, noch in Grenzen. Ausnahmen sind nur Belgien, Norwegen, die Niederlande und Teile Großbritanniens. Bleibt uns also die große H1N1-Welle am Ende doch erspart? "Es ist eigentlich zu früh, das zu beurteilen", sagt WHO-Sprecher Hartl. Auf der Südhalbkugel, wo der Winter überstanden sei, lebten nur zehn bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung der Welt. "Was wir sehen müssen, ist, was in Europa, Nordamerika und Asien passieren wird", so Hartl. 

Dossier:

Dossier
Weitere Meldungen Schweinegrippe Wie gefährlich ist die Krankheit? Hintergründe und Interviews zum Thema. [mehr]

Gregory Hartl befürchtet, dass die Krankenhäuser im kommenden Winter, wenn die Fallzahlen vielleicht sprunghaft ansteigen, schnell an ihre Grenzen kommen könnten. Wie die Pandemie sich entwickeln wird, ob es mehrere Wellen geben wird, ob es vielleicht eine weitere Schweinegrippesaison im Winter 2010/2011 geben wird, kann die WHO heute noch nicht sagen. Zu uneinheitlich ist momentan noch das Bild, gerade wenn man Amerika mit Europa vergleicht.

Den Höhepunkt der Pandemie erwarten die WHO-Experten aber für den Zeitraum von Januar bis Anfang März. Es bestünde auch immer noch die Gefahr, dass sich das Schweinegrippe-Virus verändere und aggressiver werde, sagt Gregory Hartl. "Das wird ständig überprüft. Bisher haben wir keine Mutation gesehen. Aber das Grippe-Virus ist sehr unstabil und könnte zu jeder Zeit mutieren."

Gerade jüngere Menschen erkranken

Anders als bei der saisonalen Grippe sterben - wie schon vor Monaten beobachtet - weiterhin nicht die älteren sondern gerade jüngere Menschen an H1N1. Die WHO empfiehlt, sich impfen zu lassen - am besten gegen die saisonale und die Schweinegrippe. Impfung sei immer noch der beste Schutz. Im Blick auf Nebenwirkungen würden die Vorteile einer Impfung überwiegen, meint Gregory Hartl. In anderen Ländern habe sich gezeigt, dass die Nebenwirkungen nur leicht waren.  

Weltweit gibt es 95 Länder, die sich keine Impfstoffvorräte leisten können. Die WHO verhandelt momentan mit rund einem Dutzend Industrieländern, darunter auch Deutschland. Ziel der Gespräche soll sein, dass die reichen Länder zehn Prozent ihrer Impfstoffbestellungen den ärmeren Ländern zu Verfügung stellen.

Stand: 25.10.2009 01:44 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW