Die schwedische Journalistin Kim Wall | Bildquelle: dpa

Tod der Journalistin Kim Wall Polizei findet weitere Leichenteile

Stand: 07.10.2017 11:00 Uhr

Zwei Monate nach dem Verschwinden der schwedischen Journalistin Kim Wall hat die Polizei den abgetrennten Kopf ihrer Leiche gefunden. Unter Verdacht steht der dänische Ingenieur Madsen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die 30-Jährige ermordet zu haben.

Vor zwei Monaten ging der rätselhafte Fall der schwedischen Journalistin Kim Wall durch die Medien: Die damals 30-Jährige verschwand, als sie den dänischen Ingenieur Peter Madsen auf seinem privaten U-Boot begleitet hatte. Sie wollte eine Reportage über den Tüftler schreiben.

Am 10. August ging Wall an Bord, doch Madsen kehrte allein zurück. Rund anderthalb Wochen später wurde aus dem Vermisstenfall ein möglicher Mord. Die Polizei fand einen angespülten Torso. Ein DNA-Test bestätigte, dass es sich um die tote Journalistin handelte. Nun hat die Polizei eigenen Angaben nach auch den vom Körper abgetrennten Kopf und die Beine der jungen Frau gefunden. Außerdem wurde ein Beutel mit Walls Kleidung entdeckt.

Madsen bestreitet Mord

Nachdem die ersten Teile der Leiche angespült worden waren, leitete die Staatsanwaltschaft gegen Madsen Ermittlungen wegen Mordes und Leichenschändung ein. Der Däne sitzt in Untersuchungshaft.

Er selbst hatte sich zum Verschwinden Walls in widersprüchliche Aussagen verstrickt: Anfänglich sagte er aus, er habe die Journalistin nach ihrem Besuch wieder an Land abgesetzt, wenig später habe er technische Probleme mit seinem U-Boot "UC3 Nautilus" bekommen. Das U-Boot sank. Die Polizei untersuchte das Wrack und entdeckte an Bord Blutspuren der Journalistin. Daraufhin änderte Madsen seine Angaben. Wall sei bei einem Unglück an Bord zu Tode gekommen. Sie sei durch eine Ladeluke gefallen und mit dem Kopf aufgeschlagen. Er habe ihre Leiche in der Køge-Bucht ins Wasser gelassen - aus Panik, wie Madsen selbst angibt. Den Vorwurf, er habe Wall getötet, bestreitet der Ingenieur.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Oktober 2017 um 11:23 Uhr.

Darstellung: