Flüchtlinge auf der Balkanroute: Schweden | Bildquelle: dpa

Geplante Massenabschiebung Bis zu 80.000 Flüchtlinge sollen Schweden verlassen

Stand: 28.01.2016 08:37 Uhr

Schweden plant offenbar die Abschiebung von bis zu 80.000 Flüchtlingen. Polizei und Migrationsbehörde seien bereits mit Vorbereitungen beauftragt, sagte Innenminister Ygeman Medien des Landes. Sollten die Menschen nicht freiwillig zurückkehren, müsse man auf Zwang setzen.

Schweden bereitet offenbar die Abschiebung Zehntausender Flüchtlinge vor. "Ich glaube, dass es sich auf jeden Fall um 60.000 Personen dreht, aber es können auch bis zu 80.000 werden", zitiert die Zeitung "Dagens Industri" Schwedens Innenminister Anders Ygeman. Die Regierung habe Polizei und Migrationsbehörde den Auftrag erteilt, die Ausweisungen vorzubereiten, sagte Ygemann auch dem schwedischen Fernsehsender SVT.

Normalerweise würden abgelehnte Asylbewerber mit Linienflügen abgeschoben, angesichts der hohen Zahl nun würden aber Charterflüge angemietet. "Ich glaube, wir werden mehr Charterflugzeuge sehen, vor allem in EU-Regie", so Ygeman. Vermutlich würde sich das über mehrere Jahre hinziehen.

Schweden verschärft seine Flüchtlingspolitik
tagesschau 20:00 Uhr, 28.01.2016, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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"Rückkehr mithilfe von Zwang"

Gemessen an der Einwohnerzahl hat kein EU-Staat mehr Flüchtlinge aufgenommen als Schweden. Nach Angaben der Behörden wurden allein im vergangenen Jahr mehr als 160.000 Asylsuchende registriert. Rund 45 Prozent von ihnen würden Schätzungen der Regierung zufolge abgelehnt, hieß es. Ygeman kündigte an, die Ressourcen zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden zu verbessern, um die "große Herausforderung" zu bewältigen. Zunächst wolle man gute Voraussetzungen für eine freiwillige Rückkehr der Asylbewerber schaffen. Wenn das nicht gelänge, müsse "es eine Rückkehr mithilfe von Zwang geben".

Die Regierung verhandelt dem Zeitungsbericht zufolge unter anderem mit Afghanistan und Marokko über die Rückkehr von Flüchtlingen aus diesen Ländern.

Polizei soll abgetauchte Asylbewerber aufspüren

Laut Regierung gibt es "ein bedeutendes Risiko", dass große Gruppen in den Untergrund verschwinden. Die Polizei soll verstärkt versuchen, abgelehnte und dann abgetauchte Asylbewerber aufzuspüren. Darauf bereite sich die Polizei etwa mit dem Ausbau der Grenzpolizei und mehr Ausländerkontrollen im Land vor.

Schweden hatte im November wieder Grenzkontrollen eingeführt, seit Januar müssen auch alle Zug- und Busunternehmen die Identitäten der Passagiere festhalten, die über die Öresund-Brücke von Dänemark nach Schweden fahren. Nach Regierungsangaben kamen seitdem täglich etwa hundert Flüchtlinge an, im Oktober waren es noch fast 10.000 pro Woche.

Mit Informationen von ARD-Korrespondent Carsten Schmiester

Schweden bereitet Abschiebung Zehntausender Asylbewerber vor
C. Schmiester, ARD Stockholm
28.01.2016 09:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Januar 2016 um 12:00 Uhr.

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