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Trauer um früheren US-General Schwarzkopf
Für die "Operation Wüstensturm" wurde er verehrt
Er führte 1991 im Golfkrieg die "Operation Wüstensturm" gegen den Irak an - und wurde dafür in den USA als Held verehrt. Nun ist der ehemalige Vier-Sterne-General Schwarzkopf im Alter von 78 Jahren in Florida gestorben.
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
"It doesn't take a hero - man muss kein Held sein", lautete der Titel der Autobiografie, die Norman Schwarzkopf nach dem Ende des ersten Golfkriegs veröffentlichte und die in den USA ein Bestseller wurde.
Doch als Held wurde er von vielen Amerikanern jahrelang verehrt: "Stormin' Norman", stürmender Norman, lautete der Spitzname des aufbrausenden und 1,95 Meter großen Generals Norman Schwarzkopf, der unter Präsident George Bush Senior die alliierten Truppen im ersten Golfkrieg gegen Saddam Hussein nach dessen Kuwait-Invasion kommandierte.
Und der mit seinen Operationen "Desert Shield" und "Desert Storm" dafür sorgte, dass der irakische Diktator in Kuwait bedingungslos kapitulieren musste. "Der Bodenkrieg dauerte ganze vier Tage", erinnert sich der Militärexperte des Radiosenders NPR, Tom Bowman.
US-General Schwarzkopf gestorben
R. Sina, WDR Washington
28.12.2012 04:12 Uhr
Auf den Krieg vorbereitet
General Schwarzkopf war auf diesen Krieg bestens vorbereitet. Denn als Chef des Central Command war Schwarzkopf seit 1988 für den Schutz der Ölquellen am Persischen Golf zuständig und hatte bereits detaillierte Pläne für den Fall einer Kuwait-Invasion durch den Irak entworfen, bevor Saddam Hussein tatsächlich einmarschierte.
General Schwarzkopf machte nie einen Hehl daraus, dass er bereits 1991 am liebsten in Bagdad einmarschiert wäre, um Saddam Hussein zu entmachten."Ist dieser ganze Krieg nicht umsonst gewesen, da Saddam noch lebt und im Irak herrscht?", fragte Schwarzkopf in seiner Autobiografie. Und gestand, dass er es "rein gefühlsmäßig" wie viele andere gerne gesehen hätte, wenn Iraks Diktator bereits damals zur Verantwortung gezogen worden wäre.
Jahresrückblick 1991 - Golfkrieg gegen den Irak
15.11.2010
Bush Senior gibt Schwarzkopf im Nachhinein Recht
Sein Oberbefehlshaber, der damalige US-Präsident Bush Senior, hatte sich 1991 dagegen, weil er viele zivile Opfer und einen Bürgerkrieg im Irak befürchtete. Dies sei der größte politische Fehler seines Lebens gewesen, betonte George Herbert Walker Bush später. General Schwarzkopf habe mit seiner Auffassung recht gehabt, dass man nicht nur Kuwait, sondern auch den Irak von Saddam Hussein befreien müsse.
Schwarzkopf diente bereits 1965 als Berater im Vietnam-Krieg. In der Schlussphase des Krieges habe Schwarzkopf US- Soldaten eigenhändig aus den Minenfeldern des Vietkong gerettet, berichtet Radio NPR. 1983 plante Schwarzkopf die Invasion der US-Streitkräfte in Grenada. Als Pensionär lebte er in Tampa/Florida.
Ex-Präsident George Herbert Walker Bush würdigte Schwarzkopf als einen der größten Militärchefs seiner Generation. Bush Senior wird selber seit Tagen auf der Intensivstation eines Houstoner Krankenhauses wegen hohen Fiebers behandelt und schwebt in Lebensgefahr.
Stand: 28.12.2012 08:01 Uhr
