US-Kommandeur des Golfkriegs 1991 gestorben Früherer US-General Schwarzkopf ist tot

Stand: 28.12.2012 02:50 Uhr

US-General Norman Schwarzkopf im Jahr 1991 | Bildquelle: AFP
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US-General Norman Schwarzkopf führte 1991 die Koalitionstruppen im Golfkrieg zum Sieg gegen die irakische Armee.

Der ehemalige US-General Norman Schwarzkopf ist im Alter von 78 Jahren in Tampa im US-Bundesstaat Florida gestorben. Der frühere US-Präsident George Bush senior bezeichnete ihn als "einen der größten Militärchefs seiner Generation" und als wahren Patrioten. Der amtierende US-Verteidigungsminister Leon Panetta würdigte Schwarzkopf als brillanten Strategen. Er werde als einer der großen militärischen Giganten des 20. Jahrhunderts im Gedächtnis bleiben.

Weltweit bekannt durch den Golfkrieg

In seiner Heimat galt Schwarzkopf als Kriegsheld. 1991 führte er unter dem damaligen Präsidenten Bush die mehr als 700.000 Soldaten umfassenden Koalitionstruppen im Golfkrieg gegen die irakischen Truppen von Saddam Hussein an, die zuvor Kuwait besetzt hatten. Der Erfolg der "Operation Wüstensturm" machte ihn im eigenen Land zeitweise zu einem der beliebtesten Amerikaner.

Schwarzkopf, der wegen seiner zuweilen aufbrausenden Art auch "Stormin' Norman" - stürmischer Norman - genannt wurde, entschied sich früh für eine Militärkarriere und war im Laufe seines Lebens auch immer wieder in Deutschland stationiert. Er kämpfte im Vietnamkrieg, unterrichtete zeitweise an der berühmten Militärakademie in West Point und wurde mehrmals auch im US-Verteidigungsministerium eingesetzt. Er zählte zu den wichtigsten Planern der Grenada-Invasion im Jahr 1983 und war Befehlshaber der US-Truppen im Nahen Osten.

Erfolgreiche Kriegsführung gegen irakische Truppen

Als Oberbefehlshaber der Koalitionstruppen im Golfkrieg erhielt er von Präsident Bush weitreichende Vollmachten. Er setzte zunächst auf einen sechswöchigen Luftkrieg. Am 24. Februar 1991 leitete der Vier-Sterne-General eine Bodenoffensive ein, die nur vier Tage dauerte und die Iraker zum Rückzug aus Kuwait zwang. Am 28. Februar 1991 verkündete Bush die Befreiung Kuwaits. Erst später bekannt, dass Schwarzkopf im Gegensatz zu Bush auf eine Fortsetzung der Bodenoffensive gedrängt hatte. Beide räumten zudem ein, dass ihr Verhalten bei den Verhandlungen über den Waffenstillstand dazu beigetragen habe, dass sich der irakische Diktator Saddam Hussein trotz der Niederlage an der Macht halten konnte.

Nach dem Golfkrieg leitete Schwarzkopf das Zentralkommando der US-Streitkräfte. 1991 ging er in den Ruhestand und lebte seither in Tampa. Im Laufe seiner militärischen Laufbahn wurde Schwarzkopf mehrmals mit dem Purple Heart und dem Silver Star ausgezeichnet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2012 um 17:00 Uhr.

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