Das Krankenhaus in Grenoble, in dem Schumacher behandelt wird. (Bildquelle: AFP)

Schumacher in künstlichem Koma Banges Warten auf Nachrichten

Stand: 31.12.2013 03:48 Uhr

Nach dem schweren Skiunfall von Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher sind die Sorgen groß. Gestern hatten die behandelnden Ärzte im Krankenhaus von Grenoble mitgeteilt, Schumacher sei in einem "außerordentlich ernstem" Zustand. Im Laufe des Tages will die Universitätsklinik eine neue Mitteilung über den Gesundheitszustand Schumachers herausgeben. Am späten Vormittag soll es ein aktuelles ärztliches Bulletin geben.

Den Ärzten zufolge erlitt Schumacher Prellungen und Blutergüsse im Gehirn. Derzeit liegt er in einem künstlichen Koma. "Wir sprechen noch nicht über Spätschäden, sondern konzentrieren uns allein auf die akute Behandlung und denken von Stunde zu Stunde. Wir versuchen, Zeit zu gewinnen", sagte der Chef der Anästhesie, Jean-Francois Payen. Zur Zeit werde alles unternommen, um den Druck im Gehirn nicht ansteigen zu lassen. Eine weitere Operation sei nicht vorgesehen.

Schumacher war am Sonntagvormittag beim Skifahren mit seinem 14-jährigen Sohn im französischen Méribel in Savoyen mit dem Kopf auf einen Felsen gestürzt. Der Unfall ereignete sich laut Bergwacht gegen 11.00 Uhr am 2783 Meter hohen Saulire auf einer nicht markierten Piste. Schumacher trug einen Helm, der nach Informationen der "Bild"-Zeitung bei dem Sturz brach. Ohne den Helm hätte er den Unfall nicht überlebt, teilten die Ärzte mit.

Schumacher weiter in Lebensgefahr
tagesschau 09:00 Uhr, 31.12.2013, Ellis Fröder, ARD Paris

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Schädel-Hirn-Trauma

Mit diesem Begriff bezeichnen Ärzte Schädelverletzungen, bei denen auch das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Häufig gehen damit eine Prellung oder Verletzung der Kopfschwarte und des knöchernen Schädels einher. Die Betroffenen können Koma, Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle oder Erbrechen erleiden.
Die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas sind zunächst nur schwer abschätzbar. Mit Röntgen- und Computer-Tomographie-Aufnahmen wird ausgelotet, ob und welche Regionen des Schädelinneren betroffen sind.
Bei bewusstlosen Patienten müssen Blutungen im Schädel unterstellt werden, was die Sauerstoffversorgung des empfindlichen Hirns gefährdet. In solchen Fällen drohen bleibende Schäden.

Große Anteilnahme

Seit Bekanntwerden der Nachricht vom schweren Unfall zeigten zahlreiche Freunde, Sportler und Politiker Anteilnahme für Schumacher. Inzwischen meldete sich auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton zu Wort. "Denke heute an Michael Schumacher und bin dankbar, für alles, was er für die Clinton Foundation und andere gemacht hat", schrieb Clinton beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Ich bete für ihn und seine Familie."

Michael Schumacher 2012 beim Formel-1-Rennen in Sao Paulo (Bildquelle: AFP)
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Schumacher 2012 beim Formel-1-Rennen in Sao Paulo

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über ihren Sprecher Steffen Seibert mitteilen, "wie Millionen von Deutschen" seien auch sie und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt gewesen, als sie von Schumachers schwerem Skiunfall erfahren hätten. "Wir hoffen mit Michael Schumacher und mit seiner Familie, dass er die Verletzungen überwinden und genesen kann", so Merkel.

Der amtierende Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel sagte, er sei schockiert. "Ich wünsche seiner Familie jetzt ganz viel Kraft", sagte Vettel.

Vor der Klinik in Grenoble versammelten sich Schumacher-Fans. Große Anteilnahme gibt es auch in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook.

Einer der größten Rennfahrer aller Zeiten

Schumacher ist mit seinen sieben Weltmeistertiteln in der Formel 1 und 91 Rennsiegen einer der erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten. Nach einem überraschenden Comeback im Jahr 2010 beendete er vor einem Jahr seine Formel-1-Karriere endgültig.

Schumacher lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in der Schweiz, am Freitag ist sein 45. Geburtstag.

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