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Trauer nach Massaker von Newtown

USA nach Amoklauf unter Schock

"Unsere Herzen sind gebrochen"

Nach dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut hat die Polizei den Täter identifiziert. Es handelt sich um den 20-jährigen Sohn einer Lehrerin. Er hatte insgesamt 27 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Präsident Obama reagierte geschockt und sprach von einer "heimtückischen Tat".

Von Rolf Büllmann, BR-Hörfunkstudio Washington

Amerika steht unter Schock. Selbst für ein Land wie die Vereinigten Staaten von Amerika, das schon fast so etwas wie eine traurige Routine darin entwickelt hat, mit den Taten von Amokläufern umzugehen, war der Überfall auf die Sandy-Hook-Grundschule von Newtown in Connecticut zu viel. Fassungslos hörte die Nation mit an, wie Leutnant Paul Vance von der Staatspolizei die grausige Bilanz des Verbrechens vortrug: "18 Kinder wurden noch in der Schule für tot erklärt, zwei Kinder wurden noch in Krankenhäuser gebracht und dort dann für tot erklärt, und außerdem wurden sechs Erwachsene am Tatort für tot erklärt."

Tiefe Betroffenheit nach Blutbad in Grundschule mit 28 Toten
tagesschau 14:40 Uhr, 15.12.2012, S. Niemann, ARD Washington

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Todesschütze erschoss offenbar auch seine Mutter

26 Menschen, die meisten von ihnen Kinder, hat der Amokläufer binnen weniger Minuten in der Schule umgebracht und sich dann offenbar selbst erschossen. Die Polizei jedenfalls betonte, die Beamten hätten keinen einzigen Schuss abgegeben. Zu den Todesopfern gehören auch die Rektorin der Grundschule, die Schulpsychologin - und seine Mutter. Sie wurde den Angaben zufolge allerdings nicht in der Schule, sondern in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Sie war Lehrerin an der Sandy-Hook-Grundschule.

USA unter Schock nach Amoklauf von Newtown
R. Büllmann, BR Washington
15.12.2012 09:00 Uhr

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"Das Böse hat diese Gemeinde heimgesucht"

Der Schütze, ein 20-jähriger Mann, hatte drei Schusswaffen: ein Gewehr und zwei Handfeuerwaffen. Das Gewehr fand die Polizei in seinem Auto, die anderen Waffen hatte er in der Schule bei sich. Zeugen berichteten, sie hätten Hundert Schüsse gehört. Dan Malloy, der Gouverneur von Connecticut, trat noch am Abend vor die Presse: "Das Böse hat heute diese Gemeinde heimgesucht."

Obama fordert "bedeutsame Schritte"

Zu diesem Zeitpunkt wehten in Amerika schon die Fahnen auf halbmast. Die Menschen von Newtown strömten auf der Suche nach Trost und Zuflucht in die Kirchen des Ortes, und vor dem Weißen Haus forderten hunderte Demonstranten schärfere Waffengesetze. Präsident Barack Obama sagte: "Wir haben das schon viel zu oft erleben müssen: Ob eine Grundschule in Newtown oder eine Shoppingmall in Oregon, ob ein Sikh-Tempel in Wisconsin oder ein Kino in Aurora - wir müssen uns zusammensetzen und bedeutsame Schritte unternehmen, um derartige Tragödien zu vermeiden."

Präsident Obama
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Präsident Obama konnte während seiner Ansprache die Tränen nicht zurückhalten.

Trauer an der Grundschule von Newtown
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Vor der Schule hängen 20 Ballone zum Gedenken an die getöteten Kinder.

Wie dieses Schritte aussehen könnten, sagte er nicht. Aber dass ihm das Geschehen nahe ging, war deutlich zu merken. Der Präsident musste bei seiner kurzen Pressekonferenz mehrere Mal pausieren, um sich wieder unter Kontrolle zu bringen. Er wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln, als er sagte: "Die meisten, die heute gestorben sind, waren Kinder. Sie hatten ihr ganzes Leben vor sich: Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, eigene Kinder. Und unter den Opfern waren auch Männer und Frauen, die dafür gearbeitet haben, dass Kinder ihre Träume verwirklichen können. Unsere Herzen sind gebrochen."

Waffenkauf - in den USA kein Problem

Doch die USA sind ein Land, das vernarrt ist in seine Waffen. Die Bundesbehörden haben gerade erst bekannt gegeben, dass es bis Ende dieses Jahres etwa 19 Millionen Anträge gestellt werden dürften zum Kauf einer oder mehrerer neuer Waffen. Das ist ein neuer Rekod. Tatsache ist auch: Es gibt fast 130.000 Geschäfte in den USA, in denen man Waffen kaufen kann - fast so viele wie es dort Tankstellen gibt, nahezu zehn Mal mehr als McDonald's-Restaurants und gut drei Mal mehr als Lebensmittelgeschäfte.

Waffenlobby schweigt bislang

Die mächtige Waffenlobby NRA schweigt unterdessen. Auf ihrer Website war bis in den späten Abend Ortszeit kein Kommentar zu finden zum Blutbad von Newtown. Der letzte offene Brief vom Vorsitzenden Wayne LaPierre, verfasst Ende November, endet mit der Behauptung, dass mehr Waffen zu weniger Verbrechen führten.

Stand: 15.12.2012 09:03 Uhr

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