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Ausland
Schuhwerfer
"Schuhwerfer" von Bagdad" erhebt Foltervorwürfe
Attacke auf Bush

"Schuhwerfer" erhebt Foltervorwürfe

Der irakische Journalist Muntather al Saidi, der durch seinen Schuhwurf auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush für Schlagzeilen sorgte, hat schwere Vorwürfe gegen die irakischen Sicherheitsbehörden erhoben.

Kollegen und Fans empfingen Al Saidi nach neunmonatiger Haft im TV-Sender Al Baghdadija, für den der Journalist arbeitet. Dort sagte er, er sei in der Haft mit Schlägen und Elektroschocks gefoltert worden. Auch einige "Verantwortliche", deren Namen er zu einem späteren Zeitpunkt nennen wolle, hätten ihn misshandelt.

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"Auf jede mögliche Art und Weise gefoltert"

Außerdem sei am Tag seiner Festnahme im Dezember sein Kopf mit Wasser übergossen worden, um das Ertrinken zu simulieren - diese Foltermethode ist auch als "waterboarding" bekannt. Anschließend sei er die ganze Nacht in der Kälte festgehalten worden. "Zur selben Zeit, als der irakische Ministerpräsident Nuri al Malik sagte, er könne nicht ruhig schlafen, wenn er nicht gewiss sei, dass ich in Sicherheit bin, wurde ich auf jede mögliche Art und Weise gefoltert", beklagte Al Saidi.

"Aussagen gefährden seine Sicherheit"

Nach ARD-Informationen wurde der Journalist nach der Begrüßungsfeier umringt von Verwandten, Freunden und Sicherheitspersonal aus dem Haus des TV-Senders geleitet. Der Bruder, Durgham al Saidi, sagte gegenüber der ARD: "Wir haben Angst um ihn. Seine heutigen Aussagen über die Haftbedingungen gefährden seine Sicherheit." Daher würde sein Bruder an einen sicheren Ort gebracht.

Ein goldener Schuh als Denkmal für den irakischen Journalisten Al Saidi (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Dieses goldene Schuh-Denkmal wurde für Al Saidi in Tikrit errichtet. ]
Bei einem Bush-Besuch im Dezember 2008 hatte er auf einer Pressekonferenz in Bagdad seine Schuhe in Richtung des damaligen US-Präsidenten geworfen und dabei gerufen: "Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!" Bush duckte sich weg und wurde nicht getroffen. Der TV-Sender Al Bagdadija hatte nach dem ersten Urteil erklärt: "Wir sind überzeugt, dass Al Zaidi unschuldig ist, denn wir verstehen sein Motiv." Al Saidi habe sehr darunter gelitten, dass die US-Armee seine Heimat besetzt habe. Der 30-Jährige war ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt worden, ein Berufungsgericht verkürzte aber die Strafe wegen guter Führung.

Stand: 15.09.2009 19:19 Uhr
 

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