Walisische und schottische Rugby-Fans | Bildquelle: Action Images via Reuters

Vereinigtes Königreich Wales und Schottland proben den Aufstand

Stand: 28.02.2018 00:27 Uhr

Die britische Regierung freut sich darauf, dass nach dem Brexit zahlreiche Kompetenzen zurück nach London wandern. Schotten und Waliser sehen das jedoch ganz anders. Sie wollen sich vor englischem Einfluss schützen.

Schottland und Wales fürchten, dass der Einfluss der britischen Regierung in London nach dem Brexit zu groß wird. Die Regionalregierungen in Edinburgh und Cardiff wollen das nicht hinnehmen. Sie fordern deshalb, dass einige Kompetenzen, die nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union von Brüssel zurückübertragen werden, nicht in London angesiedelt werden.

Die Regionen wollen sich vor allem in den Bereichen Fischerei und Landwirtschaft absichern. Der für den Brexit zuständige schottische Minister Mike Russell verteidigte das "Gesetz für Kontinuität" am Dienstag vor dem Parlament in Edinburgh. "Wir haben die Pflicht, die Bereiche des Gemeinschaftsrechts zu schützen und zu erhalten, die in den Kompetenzbereich dieses Parlaments fallen", sagte er. In Wales sagte seinerseits Premierminister Carwyn Jones, seine Regierung wolle die Kompetenzen seiner Region schützen.

Nicola Sturgeon | Bildquelle: AFP
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Droht mit einem zweiten Referendum: Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon.

Schottland droht mit Unabhängigkeitsreferendum

Politikfelder wie Fischerei und Landwirtschaft, die früher den Regionalregierungen oblagen, werden derzeit von Brüssel geregelt, weil sie unter EU-Bestimmungen fallen. Nach dem Brexit fallen diese Befugnisse zurück an Großbritannien. Schottland und Wales wollen nun sicherstellen, dass sie dann zum Aufgabengebiet der Regionalparlamente gehören und nicht der britischen Regierung in London zugeschlagen werden.

Allerdings lehnt die Regierung von Premierministerin Theresa May es ab, dass Schottland und Wales nach dem Brexit einzelne Bereiche auf ihre Weise regeln - London will einheitliche Regelungen im gesamten britischen Wirtschaftsraum.

Schottlands Premierministerin Nicola Sturgeon drohte unterdessen mit einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum, sollte London versuchen, der Region ihre Politik aufzuzwingen. 2014 hatten die meisten Schotten in einer Volksabstimmung gegen die Loslösung von Großbritannien gestimmt. Allerdings wurde beim Brexit-Referendum im Juni 2016 erneut die große Kluft zwischen Schotten und Engländern deutlich: Damals hatten die schottischen Bürger mehrheitlich gegen den EU-Austritt Großbritanniens gestimmt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Februar 2018 um 04:58 Uhr.

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