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Leichte Entspannung im Nordosten der USA
Aufatmen nach Schneesturm "Nemo"
Mit massenhaft Neuschnee und klirrender Kälte hat Schneesturm "Nemo" viele Staaten der US-Ostküste lahmgelegt. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, und noch immer sind mehr als 600.000 Menschen ohne Strom. Trotzdem zeigten sich Behörden und New Yorks Bürgermeister Bloomberg erleichtert: Es hätte schlimmer kommen können.
Von Rolf Büllmann, BR-Hörfunkstudio Washington
"New York hat es hinter sich, Boston auch bald, und bald ist es ganz vorbei, bis heute Abend sogar in Maine", sagte eine Meteorologin des Fernsehsenders CNN. Der Wind lasse nach, und auch der Schnee werde weniger.
Vorsichtiges Aufatmen also, aber wirklich nur vorsichtig. Denn selbst wenn der Schneefall jetzt immer weniger wird, nachdem es in der Nacht ohne Unterlass geschneit hatte, sind noch weite Teile der Küste von Schnee bedeckt. Nach Informationen des Wetterdienstes sind in den Neuengland-Staaten etwa 60 Zentimeter Schnee gefallen, an einigen Orten sogar 80 Zentimeter. Das und der heftige Wind hat zu großflächigen Stromausfällen geführt.
Mehr als 600.000 Menschen ohne Strom
In neun Staaten waren insgesamt mehr als 600.000 Menschen ohne Strom. Die meisten davon in Massachusetts, aber auch das kleine Rhode Island hat es hart getroffen - dort saßen zeitweise fast 20 Prozent der Bevölkerung im Dunkeln und im Kalten. "Wir wissen nicht, wie lange es noch dauert, aber wir arbeiten ohne Pause", sagte Angel Tavares, der Bürgermeister von Providence, der Hauptstadt von Rhode Island. "Unser örtlicher Stromversorger war die ganze Nacht hier, und wir tun gemeinsam alles, was wir können, damit so viele Menschen wie möglich so schnell wie möglich wieder Strom bekommen."
Schneesturm "Nemo" verliert an Kraft
T. Fuchs, DLF
10.02.2013 17:11 Uhr
Lage in New York entspannter als erwartet
Weiter südlich an der Küste, in New York, war die Lage deutlich entspannter. Zwar hatte es auch dort geschneit, aber lange nicht so viel wie zwischenzeitlich befürchtet. Vor allem in den Gegenden, die erst vor drei Monaten von Supersturm Sandy verwüstet worden waren, war die Erleichterung groß. "Uns hat das Schlimmste gar nicht getroffen", sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. "Aber wird denken an die Menschen in Connecticut, Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire, Vermont und Maine - die haben enorm viel Schnee dort, und wenn wir irgendwie helfen können, werden wir das tun."
Schneechaos an der US-Ostküste
tagesthemen 22:55 Uhr, 09.02.2013, Tina Hassel, ARD Washington
Zum Glück kam "Nemo" am Wochenende
Doch es sieht so aus, als sei die Lage auch dort einigermaßen unter Kontrolle. Der Sturm lässt nach, der Schneefall wird immer weniger, die Techniker sind unterwegs, um gerissene Stromleitungen zu reparieren. Weil Wochenende ist, können viele Menschen auch einfach zu Hause bleiben, und warten, bis es wieder sicher ist, auf die Straße zu gehen.
Hinzu kommt: Menschen, die an der Küste leben, sind Stürme gewöhnt. In Boston, das nach den Schneefällen der Nacht aussieht wie ein Wintersportort, sind schon die ersten Spaziergänger auf den Straßen. Im Fernsehen war eine Frau zu sehen, die mit ihrem Baby und dem Hund unterwegs war. Sie hatte einen ganz entspannten Abend: "Wir hatten so viel Spaß, die Straßen waren ganz leer - wir haben das einzige Restaurant in unserer Gegend gefunden, das offen war", sagte sie. "Es ist zwar ein großer Sturm, aber ich glaube, die Stadt hat das bis Montag wieder im Griff."
Und darauf hoffen alle, dass sich die Lage jetzt schnell wieder entspannt. Zum Wochenanfang soll es jedenfalls deutlich wärmer werden.
Stand: 10.02.2013 06:41 Uhr
