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Wintersturm mit starkem Schneefall erwartet
US-Ostküste wappnet sich für den Blizzard
Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde und starke Schneefälle: Wenn die Prognosen der Meteorologen eintreffen, zieht am Wochenende ein heftiger Wintersturm über den Nordosten der USA. Die Menschen richten sich auf tagelange Stromausfälle ein.
Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington
Schon bevor im Laufe des Freitags die ersten Schneefälle begannen, hatten sich die Menschen im Nordosten der USA auf das Schlimmste vorbereitet. Vor den Supermarkt-Kassen bildeten sich lange Schlangen und viele Regale waren leer gekauft. Peter Menzel aus Boston kam schwerbepackt nach Hause: "Wir haben einen Truthahn, sechs Schneeschaufeln, 50 Pfund Streusalz, all unsere Akkus sind geladen und wir haben einen Stromgenerator."
Blizzard im Nordosten der USA
M. Ganslmeier, NDR Washington
08.02.2013 18:16 Uhr
Warten auf den Blackout
Wie immer, wenn ein heftiger Sturm erwartet wird, richten sich die US-Bürger auf tagelange Stromausfälle ein, zumal dieser Blizzard schon mit dem Sturm aus dem Jahr 1978 verglichen wird. Damals starben viele Menschen in Boston und Neu-England.
Auch diesmal warnen die Meteorologen vor den Zutaten für einen perfekten Wintersturm: Zwei Tiefdruck-Fronten treffen über dem Nordosten der Vereinigten Staaten zusammen. Ein aus Kanada kommender arktischer Schneesturm bringt Temperaturen bis minus 15 Grad und vereinigt sich mit einer regenreichen Front aus dem Süden: "Die beiden kommen zusammen", warnt CNN-Meteorologin Indra Peterson, "und das wird dann ein riesiger Nordost-Sturm, auch Küsten-Bombe genannt".
"Bleiben Sie am besten zu Hause!"
Vermutlich am heftigsten wird es die Bundesstaaten Massachusetts, Rhode Island und die Neu-England-Staaten treffen: 24 Stunden lang starke Schneefälle, dazu Sturmböen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, ordnete an, dass ab dem Nachmittag keine Autos mehr auf den Straßen fahren dürfen: "Seien Sie vernünftig!", appellierte er: "Bleiben Sie von den Straßen weg! Bleiben Sie am besten zu Hause!"
Flüge abgesagt - Zugverkehr eingestellt
Auch der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, bereitete seine Stadt vor. 250.000 Tonnen Streusalz stehen bereit. Auch wenn New York nur mit 30 Zentimetern Neuschnee rechnen muss, ist der Verkehr in der Millionen-Metropole ein besonderes Problem. An den Flughäfen in New York, Boston und anderen Städten im Nordosten wurden bereits mehr als 3000 Flüge gestrichen, darunter auch Verbindungen von Deutschland aus.
Auch der gesamte Zugverkehr wurde ab Freitagmittag eingestellt. New Yorks Bürgermeister Bloomberg ist dennoch zuversichtlich: "Ein besseres Timing als von Freitag auf Samstag könnte es für einen solchen Sturm nicht geben." Millionen Amerikaner im Nordosten der USA werden bis Samstagmittag zu Hause ausharren und hoffen, dass Strom und Heizung nicht ausfallen.
Kritisch wird es für die Anwohner der Küsten von New Jersey und New York: Auch 100 Tage nach Hurrikan "Sandy" leben viele immer noch in provisorischen Unterkünften. So richtig freuen über den Wintersturm können sich eigentlich nur die Schulkinder. Sie bekamen heute und morgen schulfrei.
Stand: 08.02.2013 21:43 Uhr
