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23.02.2012

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Ausland
Winterwetter
Schnee in den Alpen: Lage in Österreich entspannt sich nur langsam
Nach heftigen Schneefällen in den Alpen

Viele Touristen sitzen in Österreichs Skiorten fest

Bergeweise Schnee, abgeschnittene Orte und hohe Lawinengefahr: In den Alpen ist Winter - und das mit so viel Schnee wie seit Jahren nicht mehr. Die Lage entspannt sich nur langsam, vor allem in Österreich. Viele Touristen sitzen in den Skiorten fest. Auch Züge fahren nicht.

Von Karla Engelhard, ARD-Hörfunkstudio Wien

Der österreichische Wetterdienst gibt vorsichtig Entwarnung: Es soll langsam aufhören zu schneien. Vorarlberg ist nicht mehr von Rest-Österreich abgeschnitten, die Arlberg-Schnellstraße ist wieder frei und die Zufahrt zum Tunnel möglich.

Doch in anderen Skigebieten hat es bis zu vier Meter Neuschnee gegeben und heftiger Wind sorgte für doppelt so hohe Verwehungen. In Salzburg und in Tirol sind ganze Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten, mehrere tausend Touristen sitzen in den Skiorten fest. "Wir fahren seit 25 Jahren hierher, aber so etwas haben wir noch nie erlebt", berichtet eine Frau. Und ein anderer Tourist sagt: "Wir waren Ski fahren und schauen jetzt, wie wir nach Hause kommen. Ich denke, wir werden viel Schnee haben. Wir werden mal schauen, ob wir’s schaffen. Es wird wahrscheinlich lang dauern."

Audio: Nach schweren Schneefällen gilt weiterhin Lawinenwarnstufe vier

AudioKarla Engelhard, ARD-Hörfunkstudio Wien 10.01.2012 06:19 | 2'48
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Die Versorgung der Eingeschneiten sei gut, melden die betroffenen Gemeinden. Die Straßen sind meist wegen Lawinengefahr oder einfach wegen riesiger Schneeberge gesperrt. Es gilt die Lawinengefahrenstufe 4 - die Skala reicht bis 5.

Für Rainer Mair vom Lawinenwarndienst entspannt sich die Lage langsam: "Derzeit muss man einfach froh sein, wenn Pause ist mit den Niederschlägen. Wir sind sozusagen am Limit. Vielmehr sollte nicht mehr hinzukommen. Ansonsten würden wir wirklich die Gefahrenstufe 5, also katastrophale Verhältnisse, erreichen. Es sieht wirklich gut aus, dass die Schneefälle Mittwoch oder Donnerstag vorbei sind und hoffentlich auch am Wochenende kein neuer Schnee mehr dazu kommt."

Die derzeitigen Schneemassen türmen sich auf Straßen und belasten Bäume wie Dächer. Bäume stürzen auf Stromleitungen. In mehr als 10.000 Haushalten fiel der Strom aus.

"Das ist eine Kettenreaktion"

Viele Autofahrer, die sich trotzdem auf den Weg machen, bleiben im Schnee stecken. Christian Schwarzenberg vom österreichischen Kraftfahrerverband hilft liegengebliebenen Autofahrern bei Salzburg. "Die Leute fahren ohne Kette und bleiben mitten auf dem Berg hängen", berichtet er. "Ich muss dann helfen. Das Problem ist immer: Wenn einer hängt, bleiben alle hängen. Das ist eine Kettenreaktion. Wenn Leute mit schlechten Winterreifen unterwegs sind, bleiben sie eben hängen. Und teilweise haben Urlauber keine guten Winterreifen drauf."

Ein Mann schippt Schnee in Österreich (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wohin mit den Schneemassen? Bürger und Behörden in Österreich stehen dem extremen Wetter vielerorts hilflos gegenüber. ]
Auch eingeschneite Straßenschilder und Leitplanken sorgen für Probleme bei den Autofahrern. Bis Dienstag fahren die Nachtreisezüge und die Autoreisezüge in Richtung Wien nicht. Auf anderen Strecken wurde Schienenersatzverkehr eingesetzt. Menschen kamen bisher bei Lawinenabgänge mit dem Schrecken davon und konnten sich meist unverletzt retten.

Im Tiroler Skigebiet Axamer Lizum wird ein 15-Jähriger seit Samstag vermisst. Durch die Peilung seines Handys konnte das Gebiet, indem er vermutet wird, auf einen Radius von zwei Kilometern eingegrenzt werden. Bisher suchten die Lawinenhunde sowie rund 100 Einsatzkräfte jedoch vergeblich.

Stand: 09.01.2012 18:21 Uhr
 

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