Ein Zettel warnt vor Fentanyl-Missbrauch | Bildquelle: AFP

USA Notstand wegen "Opioid-Krise"

Stand: 11.08.2017 13:29 Uhr

Täglich sterben in den USA im Durchschnitt etwa 140 Menschen an den Folgen von Schmerzmittel-Missbrauch. Diese von einer Expertenkommission ermittelte Zahl lässt US-Präsident Trump nun handeln: Er rief wegen der "Opioid-Krise" den nationalen Notstand aus.

US-Präsident Donald Trump hat angesichts zahlreicher Schmerzmittel-Abhängiger in seinem Land offiziell einen "nationalen Notstand" erklärt. Die Schmerzmittelsucht setze der Nation zu und sei ein ernsthaftes Problem, dass die USA in diesem Ausmaß noch nicht gesehen hätten, sagte Trump. "Wir werden viel Zeit, viel Aufwand und viel Geld in die Opioid-Krise investieren." Alle zuständigen Behörden seien angewiesen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu reagieren.

Ein bekanntes Schmerzmittel, das Menschen in die Abhängigkeit führen kann, ist beispielsweise Fentanyl. Der Sänger Prince starb im April 2016 an einer Überdosis dieses Opioids.

Die Einnahme von Opioiden kann bei Schmerzpatienten dazu führen, dass sie eine gewisse Toleranz für die Substanzen aufbauen und schließlich eine höhere Dosierung brauchen, um den gleichen Effekt zu bekommen. Dieser Kreislauf kann abhängig machen. Die Symptome eines Opioid-Kontakts sind Sedierung, verengte Pupillen, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und langsame Atmung.

Fentanyl

Fentanyl gilt als eines der stärksten Schmerzmittel der Medizin. Es kommt in der Anästhesie und hauptsächlich bei der Behandlung schwerstkranker Patienten mit chronischen Schmerzen zum Einsatz. Der synthetische Wirkstoff wirkt 100 Mal stärker als Morphium. Bereits der Kontakt über die Haut kann zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen.

Täglich 142 Todesfälle durch Drogenüberdosis

Kürzlich hatte eine von Trump einberufene Expertenkommission gefordert, dass in der Drogenkrise der nationale Notstand erklärt werde. Das sorgt dafür, dass Mittel zum Kampf gegen Opioid-Missbrauch zur Verfügung gestellt werden. Ein erster Bericht der Kommission hatte ergeben, dass es in den USA täglich geschätzt 142 Todesfälle durch Drogenüberdosis gibt. Alle drei Wochen sei die Zahl damit in etwa so hoch wie die Anzahl der Toten bei 9/11.

US-Justizminister Jeff Sessions würdigte Trumps Entscheidung, die Opioid-Krise anzugehen. Diese zerstöre Gemeinden im ganzen Land und reiße Familien auseinander.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2017 um 13:40 Uhr.

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