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Riesen-Pythons werden in Florida zur Plage

Schlangenjäger verzweifelt gesucht

Es ist ein ungewöhnlicher Wettbewerb, den die Behörden im US-Bundesstaat Florida ausgeschrieben haben: Vier Wochen lang darf jeder auf Jagd nach Riesen-Pythons gehen. Wer das größte Exemplar erlegt, dem winkt ein Preis von 1000 Dollar. Denn die Schlangen sind in den Everglades inzwischen zu einer Plage geworden.

Von Sabrina Fritz, SWR-Hörfunkstudio Washington

Sie sind ausgerüstet mit dicken Handschuhen, Eisenstangen, Messern, Pistolen und Gewehren. Automechaniker, Studenten und Hausfrauen machen Jagd auf den Burmesischen Python. Die Riesen-Schlangen überschwemmen die Everglades in Florida. Es sind inzwischen so viele, dass die Behörden die Lage nicht mehr in den Griff kriegen: "Wir brauchen Hilfe", sagt Nick Wiley von Floridas Fisch- und Wildtieramt, "das Problem ist so groß, dass wir es mit den üblichen Mitteln nicht lösen können".

Jagd auf Riesen-Pythons in den Everglades.
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Sie kennen kein Erbarmen - zumindest nicht mit Pythons. Freiwillige auf der Jagd in den Everglades.

Freiwillige spielen Schlangenjäger

In ihrer Verzweiflung haben die Behörden nun die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Vier Wochen lang können sie auf Schlangenjagd gehen. Rund 800 Freiwillige haben sich am ersten Wochenende gemeldet. Auch Steve Martinez ist dabei: "Wir sind hier, um eine gute Zeit zu haben und den Everglades zu helfen", sagt Martinez im amerikanischen Fernsehen. "Es ist eine Win-win-Situation."

Behörden in Florida bitten Bürger um Hilfe bei Schlangenjagd
S. Fritz, SWR Washington
14.01.2013 21:37 Uhr

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"Erschießen" oder "Kopf abschlagen" wird empfohlen

Jagd auf Riesen-Pythons in den Everglades.
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1000 Dollar bekommt, wer die längste Schlange fängt. Und gar 1500 Dollar winken dem, der die meisten findet.

Eine richtige Ausbildung zum Schlangenjäger haben die Helfer nicht. Man muss über 18 Jahre alt sein, sich im Internet anmelden, 25 US-Dollar zahlen und nach einer halben Stunde online Crash-Kurs geht es los. Als Tötungsmethode werden "Erschießen" oder "Kopf abschlagen" empfohlen. Doch wer die Schlange in zu viele Teile verstümmelt, bekommt keinen Preis für das längste Exemplar, warnen die Veranstalter. Dafür gibt es 1000 Dollar. Wer die meisten Pythons findet, darf 1500 Dollar mit nach Hause nehmen. Dean Keany streicht mit seiner Freundin stundenlang durch den Dschungel Floridas. Vergebens, denn eine Schlange finden sie nicht, sie nimmt dafür eine andere Erfahrung mit: "Es ist eine wunderbare Landschaft hier", sagt Keanys Freundin. "Es geht nicht nur um diese Python-Sache, sondern darum, wie wir unsere Umwelt schützen."  

Pythons haben in Florida keine natürlichen Feinde

Die Invasion der Riesen-Schlangen ist ein echtes Problem für die Naturschützer Floridas geworden. Eigentlich hat der Burmesische Python nichts in Florida zu suchen. Er wurde von Menschen eingeschleust, die gerne exotische Tiere halten, sagen Umweltexperten. Das Problem: der Python vermehrt sich schneller als ein Karnickel. Das größte Exemplar, das in den letzten Monaten gefunden wurde, trug 90 Eier in sich. Außerdem hat sie keine natürlichen Feinde. Dafür wird sie immer mehr zum Feind der anderen Tiere. Der Bestand an Rehen und Schildkröten hat in dem Naturparadies schon deutlich abgenommen.

Doch für die selbsternannten Schlangenbändiger bleibt die größte Gefahr offenbar nach wie vor die eigene Spezies, der Mensch. Als Vorsichtsmaßnahme für die Schlangenjäger heißt es: trinkt genug, nehmt Sonnenschutz und erschießt niemanden.  

Dieser Beitrag lief am 14. Januar 2013 um 22:56 Uhr bei Deutschlandradio Kultur.

Stand: 14.01.2013 22:29 Uhr

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