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Unglück vor Holland

Tote und Vermisste nach Schiffskollision auf Nordsee

Bei einer Schiffskollision vor der niederländischen Küste sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere werden nach Angaben der niederländischen Küstenwache noch vermisst. "Die Überlebenschancen sind gleich Null", sagte ein Sprecher im niederländischen Radio. Dennoch wurde die Suche nach Opfern am Morgen wieder aufgenommen, nachdem sie wegen starken Windes und bis zu drei Meter hohen Wellen gegen zwei Uhr abgebrochen werden musste.

Gestern gegen 19.15 Uhr war etwa 65 Kilometer vor der niederländischen Küste bei der süd-westlichen Provinz Zeeland der unter der Flagge der Bahamas fahrende Auto-Frachter "Baltic Ace" mit dem Containerschiff "Corvus J" aus Zypern zusammengestoßen. Der Frachter sank in nur 15 Minuten. "Es ging zu schnell, um Überlebensanzüge anzuziehen", sagte Kees Brinkman von der niederländischen Rettungsgesellschaft KNRM im Radio. Ohne Schutzkleidung könne man in der nur sechs bis sieben Grad kalten Nordsee "nur einige Minuten" überleben.

Nach der Kollision waren Helikopter und in der Nähe fahrende Frachtschiffe und Fischerboote schnell zur Stelle und konnten Seeleute aus dem Wasser und von Rettungsflößen retten. Insgesamt 13 Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden. Elf wurden schwer unterkühlt in Krankenhäuser in Rotterdam und Belgien gebracht. Die "Corvus J" wurde bei der Kollision beschädigt, konnte jedoch noch bei Rettungsarbeiten helfen.

Die Ursache des Unglücks ist bislang noch unklar

Das Frachtschiff "Baltic Ace" (Archivbild)
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Das Frachtschiff "Baltic Ace" (Archivbild)

Von der gesunkenen "Baltic Ace" ist nach Augenzeugenberichten inzwischen nichts mehr zu sehen. Nur noch Bruchstücke des Frachters, leere Rettungsflöße und Schwimmwesten trieben im Wasser. Das Wrack ist nach Angaben der Küstenwache keine Gefahr für den Schiffsverkehr. Zwei Schiffe der niederländischen Marine sichern die Unglücksstelle. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Zum Zeitpunkt der Kollision herrschte Windstärke sechs bis sieben. "Doch für so große Schiffe ist das kein Problem", sagte Brinkman.

Der 148 Meter lange Frachter "Baltic Ace" war vom belgischen Zeebrügge auf dem Weg ins finnische Kotka. Die Besatzung kommt nach Angaben der Küstenwache aus Bulgarien, Polen, der Ukraine und den Philippinen. Das Containerschiff "Corvus J" gehört zur Gesamtflotte der deutschen Reederei Jüngerhans im niedersächsischen Haren (Ems) und kam aus dem schottischen Grangemouth und fuhr nach Antwerpen.

Die Schiffe waren auf einer der meistbefahrenen Schiffsrouten der Welt unterwegs zwischen den beiden größten Häfen Europas, Rotterdam und Antwerpen. Diese Nord-Südverbindung wird noch vom Ost-West-Verkehr nach Großbritannien gekreuzt. Erst in der vergangenen Woche hatte die Internationale Seefahrtsorganisation IMO neue Fahrrouten der niederländischen Regierung genehmigt, die ab August 2013 gelten sollen. Dadurch soll der Verkehr auf der Nordsee sicherer werden.

Sieben Seeleute werden nach wie vor vermisst
ARD-Morgenmagazin 05:40 Uhr, 06.12.2012, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Stand: 06.12.2012 11:58 Uhr

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