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Viele Tote bei Schiffsunglück
Flüchtlingsboot zerschellt vor türkischer Küste
Nach dem Untergang eines Bootes mit Flüchtlingen haben Rettungskräfte den ganzen Tag vor der türkischen Küste nach Opfern gesucht. Mehr als 50 Menschen starben bei der Katastrophe. Die Behörden vermuten, dass die Flüchtlinge über Griechenland nach Großbritannien gelangen wollten.
Von Reinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Viele der Ertrunkenen hatten nicht die geringste Chance. Sie waren unter Deck im Lagerraum eingeschlossen. Es waren vor allem Frauen und Kinder, von denen viele zu Opfern wurden. Bei den Opfern handelt es sich offenbar um Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Palästina.
Wie viele Menschen an Bord waren, ist nach wie vor unklar. Es müssen über 100 gewesen sein. Der türkische Kapitän, ein Matrose sowie mehrere Dutzend Flüchtlinge überlebten das Unglück. Sie hätten trockene Kleidung und warme Speisen bekommen, sagt Landrat Tahsin Kurtbeyoglu.
Bootsunglück vor der türkischen Küste
R. Baumgarten, ARD Istanbul
06.09.2012 19:21 Uhr
Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen, so der Landrat weiter, der Kapitän befinde sich in Polizeigewahrsam. Sein Boot war demnach 15 Meter lang und hatte sehr wahrscheinlich mehr Passagiere an Bord, als es die Kapazität des Bootes zulassen würde. Bislang habe der Kapitän noch keine Angaben zur Route gemacht.
Die Behörden vermuten aber, dass die Menschen mit dem "Seelenverkäufer" nach Griechenland geschmuggelt werden sollten. Von dort sollte es ersten Aussagen von Geretteten zufolge weiter nach Großbritannien gehen.
Das Boot war nicht einmal 100 Meter von der Küste entfernt gegen einen Felsen gefahren, leckgeschlagen und schnell gesunken. Wer konnte, rettete sich durch einen Sprung ins Wasser und schwamm zum nahen Ufer. Rettungskräfte suchten vor der Küste des kleinen Ortes Ahmetbeyli nahe Izmir stundenlang nach Überlebenden.
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Stand: 06.09.2012 18:43 Uhr
