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Die teuren US-Einsätze im Irak und Afghanistan erweisen sich als wenig effektiv. Eine Konsequenz ist offenbar, dass die USA zunehmend auf geheime Militäraktionen setzen. Dabei kommen laut Medienberichten immer öfter die CIA und Privatarmeen zum Einsatz. Die politische Kontrolle gehe verloren.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Von "Schattenkriegen" spricht die "New York Times": Aktionen gegen Al Kaida und andere Terrorgruppen, die in aller Heimlichkeit ablaufen und über die so gut wie nie öffentlich gesprochen wird. Was als verdeckter Krieg unter der Bush-Regierung begann, sei unter Präsident Barack Obama deutlich ausgeweitet worden und betreffe inzwischen mehr als ein Dutzend Länder, heißt es.
Als Beispiele werden unter anderem Luftschläge gegen Al-Kaida-Verstecke in Somalia genannt, geheime Operationen aus Kenia heraus, gemeinsam mit europäischen Verbündeten gestartete Angriffe auf Terrorgruppen in Algerien und verdeckte Aktionen in unruhigen früheren Sowjetrepubliken.
Offizielle Bestätigungen für diese Operationen gibt es eigentlich nie. Amerikanische Regierungsvertreter weisen unter der Hand auf die Vorteile eines Schattenkriegs gegen Al Kaida und andere Terrorgruppen hin. Die amerikanische Politik und die Bürger hätten genug von riesigen, teuren Kriegen wie im Irak und in Afghanistan. Das seien ernüchternde Erfahrungen.
Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan hatte vor einigen Monaten davon gesprochen, man setze im Anti-Terror-Kampf nicht auf den Hammer, sondern auf das Skalpell. Die "New York Times" schreibt, der Jemen sei das Testgebiet für die Skalpell-Strategie. Seit Dezember gibt es Berichte über eine amerikanische Militärkampagne im Jemen, offiziell bestätigt hat das Weiße Haus das aber nicht.
Seitdem wurden mindestens vier große Angriffe auf Al Kaida ausgeführt, es gab dutzende Tote, auch Zivilisten. Menschenrechtsgruppen berichten, es sei Streubombenmunition eingesetzt worden. Laut "New York Times" stockten das amerikanische Verteidigungsministerium und der Geheimdienst CIA die Zahl ihrer verdeckten Mitarbeiter im Jemen deutlich auf.
In dem Artikel warnen Experten vor den Risiken solcher "Schattenkriege". Unter anderem verwischten die Grenzen zwischen Soldaten und Spionen zunehmend. So wandle sich der Geheimdienst CIA mehr und mehr zu einer paramilitärischen Organisation. Ein Beispiel: in den Bergen Pakistans setze die CIA ihre unbemannten Kampfdrohnen nicht mehr nur für Schläge gegen einzelne Topterroristen ein, sondern beschieße regelmäßig Terror-Camps oder Nachschub-Konvois der Terroristen.
[Bildunterschrift: Die CIA wandelt sich offenbar zu einer paramilitärischen Organisation. ]
Gleichzeitig operiere das US-Militär in immer mehr speziellen Geheimkommandos und führe Spionagemissionen durch. Sorgen macht den Experten auch, dass für die "Schattenkriege" verstärkt Privatfirmen angeheuert werden, um Teile der Aufgaben zu übernehmen. Hier setzen die USA bei manchen ihrer wichtigsten Operationen auf eine nicht immer zuverlässige Privatarmee.
Dann ist da noch die Frage der politischen Kontrolle. Laut "New York Times" werden die Aufsichtsmöglichkeiten des US-Kongresses zunehmend ausgehebelt. Ein Experte sagt in dem Artikel sorgenvoll: Für die alten Kriege gab es klare Regeln, für diese neuen Schattenkriege nicht.
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