Nadja Sawtschenko während eines Verhandlungstages am Gericht | Bildquelle: AP

Prozess gegen ukrainische Pilotin Sawtschenko Erst Lagerhaft - und dann Austausch?

Stand: 21.03.2016 16:57 Uhr

Noch ist das Strafmaß nicht verkündet, aber klar ist: Ein russisches Gericht wird die Ukrainerin Sawtschenko wegen des Todes zweier Journalisten verurteilen. Sawtschenko aber erkennt das Gericht nicht an. Kommt es nach dem Urteil zu einem Deal zwischen beiden Staaten?

Von Bernd Großheim, ARD-Studio Moskau

Das Urteil ist noch nicht gesprochen - es wird erst für morgen erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert 23 Jahre Lagerhaft. Richter Leonid Stepanenko in der Kleinstadt Donezk im Westen Russlands machte schnell klar, dass er Nadija Sawtschenko für schuldig hält, den Tod zweier russischer Journalisten verursacht zu haben.

Als die Journalisten Igor Korneljuk und Anton Woloschin im Juni 2014 in der ukrainischen Region Lugansk zu einem Checkpoint gegangen seien, so der Richter, um dort eine Videoaufnahme zu machen. habe Sawtschenko ihr "Verbrechen" begangen. Sie habe ihre Kenntnisse als Richtkanonierin genutzt und die Koordinaten an die Leitung des Freiwilligenbatallions Aidar weitergegeben. Dabei sei sie sich darüber bewusst gewesen, "dass ihre Handlungen schwere Folgen hervorrufen können". Der Checkpoint wurde von Mörsern beschossen, mehrere Menschen kamen dabei ums Leben.

Udo Lielischkies, ARD Moskau, zur Beweislage im Mordprozess von Nadja Sawtschenko
tagesschau24 14:15 Uhr, 21.03.2016

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Entlastendes Material wurde nicht anerkannt

Sawtschenko und ihre Anwälte halten das Verfahren für einen Schauprozess. Beweismaterial wie Mobilfunkdaten, die zeigen könnten, dass Sawtschenko zum Zeitpunkt des Mörserbeschusses bereits in Gefangenschaft pro-russischer Separatisten war, wurden vom Gericht nicht anerkannt.

Verteidiger Nikolaj Polozow erklärte, seine Mandantin werde das Urteil nicht anerkennen. Für sie sei der Richterspruch "total uninteressant", sagte der Jurist, sie halte diesen Gerichtsprozess "für eine Farce". Sawtschenko habe deshalb nicht vor, in Berufung zu gehen. "Mehr noch: Sie ist davon überzeugt, dass die weltweite Unterstützung zu ihrer Freilassung führen wird."

Außerdem, so der Anwalt weiter, sei sie bereit, zehn Tage nach Verlesung des Urteils erneut in einen Hungerstreik zu treten. Ein Versuch, sie davon abzubringen, sei erfolglos gewesen. "Ihre Ziele und ihre Forderungen bleiben die alten."

Schuldspruch im Mordprozess Sawtschenko
tagesschau 20:00 Uhr, 21.03.2016, Udo Lielischkies, ARD Moskau

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"Ruht Euch aus und kommt wieder"

Obwohl eine öffentliche Äußerung von Sawtschenko heute noch nicht vorgesehen war, gelang es einem Kameramann, eine Botschaft der Angeklagten zu filmen. Darin dankte sie allen, die gekommen seien, um sie zu zu unterstützen. "Ruht Euch aus und kommt wieder. Eure Beine machen mir Sorgen, denn Ihr müsst stehen und nur ich habe das Recht, hier zu sitzen. Nun habe ich das Recht auf alles, auch darauf zu sterben und ewig zu leben."

Nach dem Urteil könnte es jetzt aber auch zu einer Art Tauschhandel kommen. In der Ukraine warten zwei russische Militärs auf ihren Prozess. Sollten auch sie verurteilt werden - und die Wahrscheinlichkeit ist groß -, besteht aufgrund eines alten Abkommens zwischen Russland und der Ukraine die Möglichkeit, dass die Verurteilten ihre Strafe in ihrem Heimatland absitzen können. Und das könnte heißen, dass Sawtschenko bald wieder in die Ukraine zurückkehrt.

Ende des Sawtschenko-Prozesses
B. Großheim, ARD Moskau
21.03.2016 15:54 Uhr

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