Der italienische Schriftsteller Roberto Saviano spricht während einer Veranstaltung. | Bildquelle: dpa

Drohung von Salvini Kein Schutz für Mafiakritiker?

Stand: 22.06.2018 14:20 Uhr

Er ist Italiens bekanntester Mafiakritiker. Nun droht ihm Innenminister Salvini damit, den polizeilichen Begleitschutz zu streichen. Saviano hatte zuvor Italiens Flüchtlingspolitik kritisiert.

Mafiakritiker Roberto Saviano hat sich bereits mit einigen Mafiagrößen angelegt. Seit Jahren erhält er deshalb Todesdrohungen und wird von Polizeischützern bewacht. Immer wieder bezieht er zudem Position gegen rechte und fremdenfeindliche Strömungen in Italien und setzt sich für Migranten ein.

Italiens Innenminister Salvini in Rom | Bildquelle: AFP
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Italiens Innenminister Salvini: Streit mit dem Antimafia-Autor Saviano

Polizeischutz auf Prüfstand

Seit wenigen Wochen ist die fremdenfeindliche Lega Teil der italienischen Regierung. Saviano sei viel im Ausland, sagte Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini im italienischen Rundfunk. Daher müsse generell geprüft werden, wofür das Geld der Italiener ausgegeben werde. Die zuständigen Stellen würden den Schutz auf den Prüfstand stellen.

"Gestern waren es die Migranten, heute ich und morgen bist du dran", sagte Saviano dazu der Zeitung "Corriere Della Serra".

Seit er 26 Jahre alt sei, müsse er geschützt werden, so Saviano. Gerne würde er darauf verzichten, wenn er könnte. "Statt gegen die Mafia vorzugehen, droht Innenminister Matteo Salvini denen, die von ihr erzählen, sie zum Schweigen zu bringen", erklärte er auf Twitter und Facebook. Er nannte den Innenminister einen "Minister der Unterwelt".

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 08. März 2018 in der Sendung "Zündfunk" von 19:05 Uhr bis 20:00 Uhr und am 08. April 2018 in der Sendung "Zündfunk Generator" von 22:05 Uhr bis 23:00 Uhr.

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