Zwei Piloten sitzen in einem Kampfjet | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Kampf gegen IS Saudi-Arabien verlegt Jets in die Türkei

Stand: 14.02.2016 15:18 Uhr

Die Türkei hatte es angekündigt, nun hat Saudi-Arabien es bestätigt: Riad hat Kampfjets nach Incirlik verlegt. Dort sollen sie die Anti-IS-Koalition unterstützen. Zudem erklärte Riad, es gebe "einen Konsens" über den Einsatz von Bodentruppen in Syrien.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

"Das Königreich Saudi-Arabien hat seit heute eine Präsenz auf der Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei" - das erklärte Brigadegeneral Ahmed Assiri im Fernsehsender al Arabiya. Die Verlegung der Flugzeuge auf den Militärflughafen im Südosten der Türkei sei erfolgt, nachdem die internationale Anti-IS-Koalition diese Woche in Brüssel beschlossen habe, die Luftangriffe zu verstärken.

Konsens über Einsatz von Bodentruppen

Die Kampfflugzeuge in Incirlik operierten im Rahmen der US-geführten Militärkoalition, sagte der saudische Militärsprecher. Ihrer Verlegung liege keine besondere bilaterale Vereinbarung zwischen Riad und Ankara zugrunde. Er ergänzte zudem, es gebe in der Anti-IS-Koalition "einen Konsens" über den Einsatz von Bodentruppen im Kampf gegen die Terrorgruppe. "In den kommenden Tagen" würden Militärexperten die Einzelheiten des Einsatzes festlegen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte sich ähnlich geäußert; die Türkei und Saudi-Arabien seien dazu bereit, für den Kampf gegen den IS Bodentruppen nach Syrien zu schicken.

Saudis kämpfen auch im Jemen

Saudi-Arabien ist seit langem Mitglied in der Anti-IS-Koalition, hat sich allerdings bisher eher wenig an den Angriffen beteiligt. Auch weil das Königreich seit fast einem Jahr im Jemen Krieg führt - gegen die schiitischen Huthis und für den gewählten Staatspräsidenten des Landes, dessen Herrschaft durch die Huthis bedroht ist.

Dass das Herrscherhaus in Riad im Jemen Krieg führt, macht es auch eher unwahrscheinlich, dass ein saudisches Engagement in Syrien stark ausfällt.

Kämpfe um Aleppo

Derweil sieht es so aus, als würde die Stadt Aleppo weiter von Einheiten, die zur Führung in Damaskus stehen, eingekreist. Aus der syrischen Hauptstadt heißt es, ein Dorf sei eingenommen worden, das strategisch wichtig gelegen ist. Es befindet sich auf einem Hügel, so dass die Kräfte, die das Dorf kontrollieren, das Umland gut einsehen - und beschießen können.

Anfang des Monats hatten die Kräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad - schiitische Milizionäre, aber auch Angehörige der russischen Streitkräfte - eine Offensive gestartet und seither im Norden Syriens Gebietsgewinne gemacht. Kämpfer, die gegen diese Allianz stehen, sagten nun jedoch, auch sie würden von ihren Verbündeten aufgerüstet.

Kampf gegen IS: Saudische Jets in die Türkei verlegt
B. Blascke, ARD Kairo
14.02.2016 14:55 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 14. Februar 2016 um 18.19 Uhr im Deutschlandfunk.

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