Proteste gegen die Hinrichtung e3ines schiitischen Geistlichen in Teheran. | Bildquelle: dpa

Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran Krisentreffen der Golfstaaten

Stand: 05.01.2016 16:33 Uhr

Im Streit um die Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran gibt es neben weiterer Empörung auch Vermittlungsbemühungen. Der Golf-Kooperationsrat soll am Samstag über den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran beraten.

Der Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran über die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen und die anschließende Erstürmung der saudischen Botschaft in Teheran soll Thema eines Krisentreffens werden. In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad wollen am Samstag die sechs Außenminister des Golf-Kooperationsrates über die Situation beraten.

Die Türkei versucht, in dem Streit zu vermitteln. Regierungschef Achmed Davutoglu sagte, sein Land "sei bereit, jede Anstrengung zur Lösung des Problems zu unternehmen". Die Türkei erwarte "von allen Staaten der Region gesunden Menschenverstand sowie Schritte zur Entspannung."

Das Verhältnis der Türkei mit Saudi-Arabien ist wechselhaft, im Syrien-Konflikt fordern beide Staaten allerdings den Sturz von Staatschef Baschar al-Assad. Teheran dagegen unterstützt Assad.

Auch Kuwait zieht seinen Botschafter ab

Am vergangenen Wochenende hatte das vorwiegend sunnitische Saudi-Arabien 47 Häftlinge wegen Terrorvorwürfen hinrichten lassen. Darunter befand sich auch der schiitische Geistliche und Regimegegner Nimr al-Nimr. Die Hinrichtung hatte den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran offen ausbrechen lassen.

In Teheran stürmte eine wütende Menge die saudi-arabische Botschaft im Iran. Auch in Irans zweitgrößter Stadt Maschhad wurde eine diplomatische Vertretung Saudi-Arabiens angegriffen

Wütende Demonstranten stürmten die Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran. | Bildquelle: dpa
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Wütende Demonstranten stürmten die Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran.


Riad hatte nach der Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran die diplomatischen Beziehungen mit dem Iran abgebrochen, der Sudan und Bahrain waren dem Schritt gefolgt. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran herabgestuft.

Ruhani: Diplomatie - der beste Weg

Angesichts des sich verschärfenden Konflikts mit Saudi-Arabien warb der iranische Präsident Hassan Ruhani für Diplomatie und regionale Einigkeit. "Wir glauben, dass Diplomatie und Verhandlungen der beste Weg zur Lösung von Problemen zwischen Staaten sind", sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Zugleich warf er Saudi-Arabien vor, mit dem Abbruch der Beziehungen zu seinem Land von eigenen Verbrechen ablenken zu wollen. "Saudi-Arabien kann das Verbrechen der Enthauptung eines religiösen Führers nicht hinter der Zerstörung der politischen Beziehungen zum Iran verstecken", so Ruhani.

Appelle zur Mäßigung

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief den Iran und Saudi-Arabien auf, jede weitere Eskalation der Spannungen zu vermeiden. Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt telefonierte Steinmeier mit den Außenministern der beiden Länder und mahnte beide, sie hätten eine "gemeinsame Verantwortung" für eine Lösung der Konflikte in der Region. Beide Länder sollten alles tun, damit die jüngsten Spannungen die Friedensbemühungen für Syrien nicht gefährdeten.

Auch der UN-Sicherheitsrat forderte alle Konfliktparteien im Nahen Osten auf, den Dialog aufrecht zu erhalten und Spannungen abzubauen. Die Türkei und Großbritannien mahnten ebenfalls zur Mäßigung.

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Angriff auf die saudi-arabische Botschaft in Teheran zwar verurteilt, aber UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte auch Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Vollstreckungen der Todesstrafen an dem schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr und der 46 weiteren Menschen angemeldet. Saudi-Arabien verteidigte die Hinrichtungen jedoch. Die Betroffenen hätten "faire und gerechte Prozesse" gehabt, so die UN-Vertretung des Landes.

Sicherheitsrat verurteilt Angriff auf saudische Botschaft
tagesschau 12:00 Uhr, 05.01.2016, Isabel Schayani, WDR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Januar 2016 um 04:55 Uhr.

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