Saudi-Arabien und Iran "Es geht um knallharte Machtpolitik"

Stand: 04.01.2016 12:00 Uhr

Es geht nur auf den ersten Blick um religiöse Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran, sagt ARD-Korrespondent Thomas Aders. In Wirklichkeit stecke hinter dem Konflikt aber knallharte Machtpolitik. Beide Länder rängen um die Vorherrschaft in der Golfregion, und das seit mindestens 35 Jahren.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein religiöser Konflikt: Saudi-Arabien sieht sich als Führungsmacht aller Sunniten, hütet die Heiligen Stätten Mekka und Medina. Der Iran hingegen sehe sich als Führungsmacht der schiitischen Bevölkerungsteile in der Region. In Wirklichkeit aber steckt nach Ansicht von ARD-Korrespondent Thomas Aders knallharte Machtpolitik hinter der aktuellen Auseinandersetzung. "Beide Mächte ringen um die Vormachtstellung in der Golfregion."

Thomas Aders, ARD Kairo, zum Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran
tagesschau24 11:15 Uhr, 04.01.2016

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Daher gingen auch alle großen Konflikte in der Region zurück auf die Konkurrenz zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Der Konflikt gehe zurück auf das Jahr 1979, als die Ayatollahs den Schah von Persien stürzten und im Iran die Scharia einführten. Schon damals habe der Iran dem saudischen Königshaus vorgeworfen, es sei religiös nicht legitimiert. Seit damals kochten die Spannungen immer wieder hoch.

"Man hat das 2015 schon zweimal sehr deutlich gesehen", sagt Aders: Zum einen an der Reaktion Saudi-Arabiens auf den Atomdeal mit dem Iran. Auf der anderen Seite an der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Abu Nimr durch Saudi-Arabien, die vom Iran massiv kritisiert wurde.

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