Frauen in einem Sportstadion in Saudi-Arabien | Bildquelle: AFP

Frauenrechte in Saudi-Arabien Frauen dürfen ins Stadion - ausnahmsweise

Stand: 24.09.2017 16:11 Uhr

Für das ultra-konservative Saudi-Arabien ist es ein großer Schritt: Zum ersten Mal hat das Königreich Frauen den Zutritt zu einem Sportstadion erlaubt. Anlass waren die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag. Unterdessen sorgte ein Prediger mit frauenfeindlichen Beleidigungen für Empörung.

Das streng konservative Königreich Saudi-Arabien hat Frauen erstmals Zutritt zu einem Sportstadion gewährt. Hunderte Frauen durften am Samstag im König-Fahd-Stadion der Hauptstadt Riad in Begleitung ihrer Familie die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen.

In der Sportarena, die rund 40.000 Menschen fasst, wurde dafür ein separater Bereich für Familien eingerichtet. Bislang wurden Frauen in Saudi-Arabien auch am Nationalfeiertag nicht ins Stadion gelassen. Zu diesem Anlass werden landesweit Konzerte gegeben, Tänze gezeigt und Feuerwerke abgebrannt.

Gehirne von Frauen nur halb so groß

Das konservative muslimische Königreich verfolgt eine strenge Politik der Geschlechtertrennung. Es ist das weltweit einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen. Erst kürzlich hatte Geistlicher das Fahrverbot mit deren angeblichem "Winzgehirn" gerechtfertigt. Die Äußerung löste allerdings einen Sturm der Entrüstung aus.

Auf einem Video, welches im Internet kursiert, ist zu sehen, wie Hidschri behauptet, die Gehirne von Frauen seien normalerweise nur halb so groß wie die von Männern. Wenn sie jedoch zum Shopping gingen, schrumpften ihre Gehirne auf sogar nur noch ein Viertel der Größe. Deshalb dürften sie keine Fahrerlaubnis erhalten.

Jegliche religiöse Aktivität untersagt

In den sozialen Medien forderten Frauenrechtlerinnen, Hidschri seines Amtes zu entheben. Allerdings gab es auch Stimmen aus dem erzkonservativen Lager, die sich mit ihm solidarisierten. Mittlerweile ist dem Prediger Saad al-Hidschri jegliche religiöse Aktivität untersagt. Die Internet-Zeitung "Sabk" berichtete, nach dem Predigtverbot habe Hidschri angegeben, dass ihm ein "Ausrutscher" unterlaufen sei.

Frauenrechtlerinnen kämpfen seit Jahrzehnten gegen die zahlreichen Beschränkungen an. Zuletzt gab es aber einige behutsame Lockerungen, wie nun der Zutritt zum Sportstadion. Bereits im Juli erlaubte das Bildungsministerium die Teilnahme von Mädchen am Sportunterricht staatlicher Schulen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. September 2017 um 02:00 Uhr.

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