Flagge der USA und Russland | Bildquelle: picture alliance / epa Sergei Il

US-Sanktionen gegen Russland "Dreiste boshafte Aktivitäten"

Stand: 06.04.2018 16:19 Uhr

Die USA haben gegen mehrere russische Oligarchen und Regierungsvertreter Sanktionen verhängt. Die Vorwürfe: immer dreistere boshafte Aktivitäten der russischen Regierung - überall in der Welt.

Die USA haben Sanktionen gegen sieben russische Oligarchen aus dem Umkreis von Präsident Wladimir Putin verhängt. Die Geschäftsleute gehörten zum "inneren Zirkel" rund um Putin und unterstützten dessen Versuche, westliche Demokratien zu untergraben, erklärten US-Regierungsvertreter.

Die Sanktionen seien eine Antwort auf die "andauernden und immer dreisteren boshaften Aktivitäten der russischen Regierung überall in der Welt". Zudem wurden Sanktionen gegen 17 ranghohe Regierungsvertreter verhängt.

Zahlreiche Vorwürfe

Die Oligarchen profitierten überproportional von den Aktionen der russischen Regierung, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin. Zu den "boshaften Aktivitäten" Moskaus gehörten demnach die anhaltende Besetzung der Krim-Halbinsel, das Anheizen des Konflikts im Osten der Ukraine, die Unterstützung der Regierung von Syriens Machthaber Bashar al-Assad, Cyber-Aktivitäten sowie der Versuch, westliche Demokratien zu destabilisieren. Russland habe sich für einen Kurs der Konfrontation entschieden, sagten die Regierungsvertreter.

Putins Schwiegersohn betroffen

Mit Sanktionen belegt wurden zahlreiche hochrangige Vertreter der Energiewirtschaft und auch Putins Schwiegersohn Kirill Schamalov. Betroffen sind außerdem Gazprom-Chef Alexej Miller sowie die einflussreichen Geschäftsmänner Oleg Deripaska, Viktor Wekselberg und Igor Rotenberg. Auch der bekannte Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sowie der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, und der Direktor der Nationalgarde, Viktor Solotow, wurden auf die Sanktionsliste gesetzt. Kossatschow nannte die Vorwürfe haltlos.

Bei den Unternehmen ist die einzige für internationale Rüstungsgeschäfte zuständige Firma Rosoboronexport betroffen. Dies sei ein Versuch, Russland aus dem globalen Rüstungsmarkt herauszudrängen, kritisierte ein Sprecher des Mutterkonzerns Rostec der Agentur Interfax zufolge.

Bereits Mitte März hatte die US-Regierung Strafmaßnahmen gegen 19 Personen und fünf Organisationen aus Russland bekannt gegeben.

US-Regierung verhängt umfangreiche Sanktionen gegen russische Oligarchen
Jan Bösche, ARD washington
06.04.2018 17:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. April 2018 um 15:00 Uhr.

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