Seitenueberschrift

Das letzte Wahlkampf-Wochenende - beide Kandidaten versuchen noch zu punkten.

Letztes Wochenende vor der US-Wahl

"Sandy" bestimmt den Wahlkampfendspurt

Mit einem leichten Umfragenvorsprung geht US-Präsident Obama in das letzte Wahlkampf-Wochenende. Beide Kandidaten hetzen an diesem Wochenende durch mehrere Wechselwählerstaaten. Derweil sind nach dem Hurrikan Sandy noch immer fast vier Millionen Menschen ohne Strom.

Von Ralph Sina, WDR-Studio Washington

In seiner letzten wöchentlichen Radio- und Internetansprache vor der US-Präsidentschaftswahl wurde Barack Obama sehr konkret: Jeder, der am Tag fünf nach der Hurrikan-Katastrophe noch immer in akuter Not sei, könne sich telefonisch an Amerikas Katastrophenschutzbehörde Fema wenden, so der US-Präsident, oder sich unter dem Stichwort "Katastrophenhilfe" auf der Webseite der US-Regierung informieren.

Der Wahlkämpfer Obama steht unter Druck. Noch immer sind fast vier Millionen Menschen an der US-Ostküste ohne Strom - und das bei nächtlichen Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. An diesem Wochenende kämpfen Millionen von Amerikanern noch immer mit den Folgen einer der schlimmsten Stürme in der US-Geschichte.

Das letzte Wochenende vor der US-Wahl
R. Sina, WDR Washington
03.11.2012 18:34 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Der republikanische Gouverneur lobt den Präsidenten

Vielerorts fehlt es an Wasser. Vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Es fehlt nicht nur an Benzin, sondern auch an Diesel für die Notstromgeneratoren, weil viele Tankstellen entweder keinen Strom haben oder ihre Treibstofftanks leer sind. New Jerseys Gouverneur Chris Christie hat deshalb ab sofort den Benzinverkauf in zwölf Landkreisen rationiert.

Der Wiederaufbau sei ein Prozess, und zwar ein sehr langwieriger betont Christie: "Ich sage Euch das, weil dieser Sturm in seiner Zerstörungswucht einfach einzigartig in der Geschichte dieses Staates war." Der prominente Republikaner hatte in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt, weil er mehrfach Obamas Krisenmanagment als hervorragend lobte.

Auch der US-Präsident erwähnt den Republikaner in seiner Wochenendbotschaft: Was er gemeinsam mit Christie in New Jersey an Verwüstungen gesehen habe, breche einem das Herz, so der US-Präsident.

Per Telefonkonferenz tauschte sich der Präsident im Laufe des Tages mit den Gouverneuren von New Jersey, Connecticut und New York über die größten Probleme beim Katastrophenmanagement aus. Zahlreiche Wahllokale in New Jersey, Connecticut und New York City sind nach Sandy entweder durch Wassereinbrüche zerstört oder ohne Strom. Militärlastwagen und Zelte sollen als Ersatz dienen.

Die Kandidaten hetzen durch die Wechselwählerstaaten

Sowohl Obama wie auch Mitt Romney hetzen an diesem letzten Wochenende vor der Wahl durch mehrere Wechselwählerstaaten wie Pennsylvania und Ohio. Ohio werde ihm helfen Präsident der USA zu werden behauptet Romney. Tatsache ist: Romney liegt im wichtigsten, weil wahlentscheidenden US-Bundesstaat seit Tagen in allen Umfragen hinter Obama - und zwar mit drei bis sechs Prozentpunkten. Und noch nie wurde ein Republikaner Präsident der USA, ohne in Ohio gesiegt zu haben.

"Empört Euch nicht über Romney, geht lieber zur Wahl" appelliert Obama an seine Zuhörer in Ohio, und ruft: "Wählen ist die beste Rache". Bis zur Wahl am kommenden Dienstag macht der Präsident Ohio quasi zu seinem Zweitwohnsitz - und zum Mittelpunkt seiner Kundgebungen. Nach der Devise: Wer Ohio gewinnt, gewinnt die Wahl.

Stand: 03.11.2012 17:38 Uhr

Darstellung: