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Aufräumen nach "Sandy"
Noch sechs Millionen US-Amerikaner ohne Strom
Nach dem verheerenden Durchzug von "Sandy" kämpfen die Bewohner der US-Ostküste weiter mit den Folgen des Wirbelsturms. Die Behörden korrigierten die Zahl der Todesopfer inzwischen auf mindestens 72 nach oben.
Noch immer sind etwa sechs Millionen Amerikaner ohne Strom. Allein vier Millionen von ihnen leben in den Staaten New York und New Jersey, teilte das Energieministerium in Washington mit.
In New York musste ein weiteres Krankenhaus evakuiert werden. Rund 500 Patienten wurden in anderen Einrichtungen untergebracht. Das Krankenhaus habe nach dem Sturm zunächst mit Notstrom-Generatoren funktioniert, dann seien aber auch die ausgefallen, berichtet die "New York Times". Zuvor hatte in der Sturmnacht bereits das etwas kleinere Krankenhaus der New York University evakuiert werden müssen.
Obama will Wahlkampf wieder aufnehmen
Die Wiederherstellung der Stromversorgung habe oberste Priorität, machte Präsident Barack Obama bei seinem Besuch im Katastrophengebiet New Jersey klar. Gemeinsam mit dem republikanischen Gouverneur Chris Christie, der ihn wegen seines Krisenmanagements ausdrücklich gelobt hatte, machte sich Obama dort ein Bild von der Lage. Ab heute will er sich auch wieder dem Wahlkampf widmen.
Obama besucht Katastrophengebiet
nachtmagazin 01:38 Uhr, 01.11.2012, Stefan Niemann, ARD Washington
Doch es wird noch mehrere Tage dauern, bis alle Bewohner der betroffenen Gebiete wieder Strom haben. Wegen einer Explosion in einem Umspannwerk ist die südliche Hälfte des New Yorker Stadtbezirks Manhattan weiter von der Energieversorgung abgeschnitten. Dort wohnen 250.000 Menschen. Geschäfte und Restaurants sind geschlossen.
Auch die drei Kernkraftwerke in den Unwettergebieten, die im Zuge von "Sandy" vom Netz genommen worden waren, bleiben weiter außer Betrieb. Lediglich der Reaktor Indian Point im Staat New York solle in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen, gab ein Sprecher der Atomaufsichtsbehörde NRC in Pennsylvania, Neil Sheehan, bekannt. Sheehan betonte, es gebe keinerlei Ähnlichkeiten mit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima. "Diese Reaktoren, die abgeschaltet worden waren, hätten keinerlei Komplikationen aufgewiesen."
Nahverkehr kommt wieder in Gang
Aber es gibt auch gute Botschaften: Nachdem bereits die beiden Flughäfen John F. Kennedy in New York und Newark in New Jersey den Betrieb wieder aufgenommen hatten, soll heute der Airport La Guardia ebenfalls öffnen. Allerdings werde der Betrieb vorerst noch eingeschränkt laufen.
Auch die Busse fahren, die ersten U-Bahn-Verbindungen sollen heute wieder ihren Betrieb aufnehmen. Ein großes Problem sind weiter die überfluteten U-Bahn-Schächte und die Tunnel zwischen Manhattan und anderen Stadtteilen. Zwischen Brooklyn und Manhattan wurden deshalb ersatzweise Busse eingesetzt.
Um das Verkehrschaos einzudämmen, ordnete New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg an, dass tagsüber Pkw nur noch mit mindestens drei Insassen die Brücken in Richtung Manhattan passieren dürfen. Das soll den Pendlern den Weg ins Stadtzentrum erleichtern. Außerdem dürfen Busse und U-Bahnen bis Freitag kostenlos genutzt werden, um den Straßenverkehr zu entlasten.
Schadensbilanz nach Wirbelsturm "Sandy"
tagesschau 12:00 Uhr, 01.11.2012, Arnim Stauth, WDR
UN-Gebäude schwer beschädigt
Inzwischen wurde bekannt, dass der Sitzungssaal des Sicherheitsrats im New Yorker UN-Hauptsitz durch den Wirbelsturm so schwer beschädigt wurde, dass das Gremium eine dringende Sitzung in andere Räumlichkeiten verlegen musste. Der Raum im Keller des Gebäudes sei durch die Sturmflut im angrenzenden East River überschwemmt worden, teilte ein Sprecher mit. Diplomaten bezeichneten die entstandenen Schäden als "ernsthaft". Das UN-Gebäude blieb am Mittwoch für Journalisten gesperrt.
CNN: Diesel in den Atlantik gelaufen
Der Fernsehsender CNN berichtete, dass bei dem Unwetter in New Jersey ein Tank aufgerissen worden und mehr als eine Million Liter Diesel in den Atlantik gelaufen seien. Das Unglück sei in einer Raffinerie in dem kleinen Städtchen Sewaren in New Jersey passiert. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.
Stand: 01.11.2012 06:01 Uhr
