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Aufräumarbeiten nach Wirbelsturm "Sandy"
Der lange Rückweg zur Normalität
Der Wirbelsturm "Sandy" hat Dutzende Menschen getötet und Milliardenschäden verursacht. Die Aufräumarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Doch Millionen Haushalte sind weiter ohne Strom und Bahnen fahren kaum. US-Präsident Obama erntet als Krisenmanager Lob von allen Seiten.
Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington
David Scharf aus Hoboken in New Jersey gehört zu den Millionen Amerikanern, die nach dem Monstersturm "Sandy" versuchen, ihr Leben wieder zu ordnen. "Ich hoffe, ein paar Fotos zu finden", erzählt Scharf, während er von den Ruinen seines Elternhauses steht. "Ich bin hier groß geworden. Das Haus ist im Grunde zerstört. Das Wasser ist hier einfach durchgerauscht."
Seine Eltern haben die Sturmnacht im benachbarten Brooklyn verbracht und unbeschadet überstanden. Dort, in New York, haben die Aufräumarbeiten ebenfalls begonnen. "Die Stromleitungen zu reparieren und den öffentlichen Nahverkehr auf die Schiene zu bringen, das sind in den nächsten Tagen die beiden größten Herausforderungen", sagt Michael Bloomberg, der Bürgermeister von New York City. "Dieser Wiederaufbau ist ein Mammut-Projekt."
Aufräumarbeiten nach "Sandy" - Der lange Rückweg zur Normalität
A. Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington
31.10.2012 19:49 Uhr
"Schienennetz im ganzen Staat zerstört"
Die Nahverkehrssysteme der beiden Nachbarstaaten New York und New Jersey sind eng miteinander verknüpft. In New Jersey pendeln normalerweise Hunderttausende jeden Tag nach Manhattan. Wegen "Sandy" ist das jetzt bis auf unbestimmte Zeit nicht mehr möglich. "Der Sturm hat unser Schienennetz im ganzen Staat zerstört", so John Durso, der Sprecher des Verkehrsverbunds New Jersey Transit. "Ein noch nie dagewesener Schaden."
Direkt nach dem Sturm waren über acht Millionen Haushalte im Nordosten der USA vom Strom abgeschnitten. Inzwischen sind es 6,5 Millionen Haushalte. Der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Craig Fugate, ist mit der Entwicklung zufrieden. "Die Stromleitungen außerhalb der besonders zerstörten Gegenden sind zum Teil schon wieder repariert", berichtet er. "Jetzt beginnen wir mit den Gegenden, die stark überflutet wurden. Wir müssen erst noch das Wasser abpumpen, bevor wir den Strom wieder zum Laufen bekommen."
Obama besucht New Jersey
Präsident Barack Obama besucht heute den Süden von New Jersey. Dort ist "Sandy" in der Nacht von Montag auf Dienstag auf Land getroffen - und dort sind die Zerstörung besonders verheerend. Seit dem Beginn des Tropensturms hat der Präsident engen Kontakt zu den Verantwortlichen in den von "Sandy" betroffenen Gegenden gehalten. Sein Versprechen: Die Aufräumarbeiten sollen nicht an der Bürokratie scheitern. "Ich habe den Bürgermeistern und Gouverneuren gesagt, dass sie mich persönlich im Weißen Haus anrufen sollen, wenn sie von irgendeiner staatlichen Behörde abgewiesen werden", sagt Obama.
Obama besucht betroffene Gebiete
tagesthemen 21:20 Uhr, 31.10.2012, Stefan Niemann, ARD Washington
Bislang äußern sich alle politisch Verantwortlichen in den Katastrophen-Gebieten sehr angetan über den Obamas Einsatz - nicht nur Demokraten, sondern auch Republikaner wie Chris Christie, der Gouverneur von New Jersey, den Obama bei seinem Besuch heute auch treffen wird. Christie will dem Präsidenten dann persönlich danken.
Rückkehr zum Wahlkampf
Viele fragen sich, welche Auswirkungen "Sandy" - wenn überhaupt - auf die Präsidentschaftswahl am nächsten Dienstag haben wird. Eine Antwort darauf gibt es bisher noch nicht. Das Weiße Haus hat jedenfalls angekündigt, dass Obama nach drei Tagen Wahlkampf-Abstinenz morgen wieder auf Tour gehen wird: in die für die Wahl wichtigen Staaten Nevada und Colorado. Sein Rivale Mitt Romney ist bereits heute wieder voll in den Wahlkampf eingestiegen - in Florida.
Anja Bröker (ARD New York) zur aktuellen Lage in New York
tagesthemen 21:20 Uhr, 31.10.2012
Stand: 31.10.2012 17:41 Uhr
