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New York nach dem Sturm.

Eine erste Bilanz nach "Sandy"

Mindestens 40 Tote und Milliardenschäden

Wirbelsturm "Sandy" hat auf seinem Weg ins Landesinnere der USA mindestens 40 Menschen das Leben gekostet. Das teilten die Behörden mit. Der Sturm richtete massive Schäden an. Experten schätzen deren Höhe zwischen auf bis zu 50 Milliarden US-Dollar. Für eine endgültige Bilanz wird es allerdings noch Tage dauern.

Zunächst haben die Menschen in den betroffenen Gebieten mit den Folgen von "Sandy" zu kämpfen. Noch ist die Gefahr nicht gebannt, denn nun drohen starke Niederschläge. Bis zum Mittwoch seien 300 bis 400 Liter Regen pro Quadratmeter zu erwarten, erklärten Meteorologen. Das sei innerhalb von drei Tagen die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags in Deutschland in einem ganzen Jahr.

Ausläufer von "Sandy" suchten den US-Staat West Virginia und die benachbarten Appalachen mit starkem Schneefall und Sturmböen heim. Für die betroffenen Gebiete wurde bis Mittwochnachmittag eine Blizzardwarnung ausgegeben. In niedrig gelegenen Ebenen fielen 30 Zentimeter Schnee.

Derweil nimmt "Sandy" Kurs auf Kanada. Bevor er dort eintreffe, könne er noch zu Überflutungen des Lake Michigan im nördlichen Mittelwesten USA sorgen, sagte der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrum, Rick Knabb.

Wirbelsturm "Sandy" hinterlässt Spuren der Verwüstung
tagesthemen 22:00 Uhr, 30.10.2012, Stefan Niemann, ARD Washington

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Acht Millionen Haushalte ohne Strom

Durch den Wirbelsturm fiel in mehr als acht Millionen Haushalten der Strom aus. Wie das US-Energieministerium mitteilte, waren 18 Bundesstaaten im Nordosten des Landes sowie die Hauptstadt Washington von dem Stromausfall betroffen.

Am schlimmsten stellt sich die Situation im Bundesstaat New Jersey dar, wo 2,5 Millionen Haushalte ohne Elektrizität auskommen mussten.

Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, zeigte sich bei einer Pressekonferenz geschockt über die Verwüstungen in seinem Staat. "Das Ausmaß der Zerstörung an der Küste von New Jersey ist unvorstellbar." Die Behörden seien weit davon entfernt, den meisten Bewohnern die Rückkehr zu gestatten. Die Überschwemmung zweier Städte sei durch eine Flutwelle verursacht worden, sagte Christie. Hunderte Menschen seien aus den Orten Moonachie und Little Ferry gerettet worden. Dort sei auch ein Damm überspült worden.

Luftaufnahme von einer Wohnsiedlung in New Jersey
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Luftaufnahme von einer Wohnsiedlung in New Jersey

Lob vom politischen Gegner

Gouverneur Christie, ein prominenter Republikaner und Romney-Unterstützer, lobte ausdrücklich die enge Zusammenarbeit mit Präsident Barack Obama und bezeichnete ihn als ausgezeichneten Krisenmanager. Er habe bereits drei Mal mit dem Präsidenten telefoniert, nachdem dieser von der schwierigen Lage in New Jersey erfahren habe, sagte Christie dem Nachrichtensender CBS News. Daraufhin habe Obama im Schnellverfahren die Ausrufung des Notstands für den Staat angeordnet - ohne die üblichen bürokratischen Hürden. "Ich kann ihm nicht genug dafür danken", sagte Christie weiter.

Im Weißen Haus wurde derweil angekündigt, dass Obama am Mittwoch nach New Jersey reisen will, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

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Wirbelsturm "Sandy" an der US-Ostküste

Zerstörte Häuser in den USA

Auch eine Woche nach Wirbelsturm "Sandy" leben die Menschen in großen Teilen der betroffenen Gebiete an der US-Ostküste immer noch unter katastrophalen Bedingungen. Fast zwei Millionen Häuser und Wohnungen waren weiter ohne Strom. Bei Temperaturen von nachts nur noch knapp über Null Grad harren viele Menschen seit Tagen in eiskalten Wohnungen aus. (Foto: REUTERS)

Mindestens 18 Tote in New York

Mindestens 18 Menschen kamen allein in New York beim Durchzug von "Sandy" ums Leben. Das sagte Bürgermeister Michael Bloomberg auf einer Pressekonferenz. Der Sturm habe massive Schäden angerichtet.

Am stärksten war der überschwemmte Stadtteil Queens betroffen. Mehr als 80 Häuser seien dort abgebrannt, so Bloomberg. Er stimmte die Bürger der Stadt darauf ein, dass der Stromausfall noch mehrere Tage andauern könne: "Zuerst einmal muss das Wasser weg sein." Das US-Verkehrsministerium bewilligte der Stadt zehn Millionen US-Dollar (rund 7,7 Millionen Euro) Soforthilfe für Reparaturen an Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln.

Über sechs Millionen Haushalte ohne Strom
tagesthemen 22:00 Uhr, 30.10.2012, Karin Dohr, ARD Washington

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An der Südspitze Manhattans stieg das Wasser etwa 4,30 Meter über Normal - gut einen Meter mehr als der bisherige Rekord von 1960. Das Wasser lief in Sturzbächen in die Tunnel, die die Insel mit Brooklyn verbinden. Drei große Brücken, die die New Yorker Bezirke Manhattan und Brooklyn miteinander verbinden, konnten inzwischen wieder geöffnet werden.

Dennoch liegt öffentliche Leben nach wie vor weitgehend lahm. Die New Yorker Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der 108-jährigen Geschichte der U-Bahn. Wegen der überschwemmten Tunnel würden die Bahnen weiter nicht fahren können. Laut Bloomberg könnten Busse aber bereits ab dem späten Dienstag (Ortszeit) wieder verkehren.

Nach zwei Tagen Handelspause will die New Yorker Börse Nyse Euronext heute wieder öffnen. Geplant sei ein ganz normaler Handelstag, erklärte der Betreiber.

Anja Bröker (ARD New York) zur Situation nach dem Wirbelsturm
tagesthemen 22:00 Uhr, 30.10.2012

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Atomkraftwerke abgeschaltet

Als Folge des Wirbelsturms wurden an der US-Ostküste mehrere Atomreaktoren im Bundesstaat New Jersey vom Netz genommen. Betroffen seien die Reaktoren Salem 1 in Hancocks Bridge, Nine Mile Point 1 in Scriba und Indian Point 3 in Buchanan, teilte die Atomaufsichtsbehörde NRC mit. Ursache seien Probleme mit der internen Stromversorgung.

Zuvor war bereits im ältesten Atomkraftwerk der USA südlich von New York wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels Alarm ausgelöst. Das Kraftwerk Oyster Creek war laut der US-Atomaufsichtsbehörde NRC zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen. Der Meiler ist seit 1969 am Netz und steht etwa 60 Kilometer von New York entfernt. Alle Reaktoren seien weiter in einem sicheren Zustand, hieß es.

Sandys Auswirkungen auf New York und die Ostküste
R. Sina, ARD Washington
30.10.2012 17:36 Uhr

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Behinderungen im Flugverkehr

Neben den Behinderungen auf Straßen und Schienen gibt es es weiter Beeinträchtigungen im Flugverkehr. 15.000 Flüge mussten infolge des Sturms gestrichen werden. Noch sind die betroffenen Flughäfen geschlossen, weil Wasser auf den Landebahnen und die Flugsicherungstechnik möglicherweise beschädigt ist. Der Flughafen John F. Kennedy, von dem aus auch viele Flüge von und nach Deutschland abgewickelt werden, könnte den Angaben von Gouverneur Andre Cuomo zufolge aber bereits am Mittwoch wieder öffnen. Auch an deutschen Flughäfen wurden für heute wieder Flüge abgesagt.

Tausende Internetseiten lahmgelegt

Die Naturgewalten haben auch dem Internet Grenzen aufgezeigt. An der US-Ostküste sind zahlreiche Rechenzentren betroffen und dadurch weltweit Tausende Internetseiten lahmgelegt, unter anderem die Internet-Zeitung "Huffington Post". "Vielleicht sogar Zehntausende Websites jeder Größe und überall auf der Welt sind nicht aufrufbar", sagte ein Verantwortlicher eines europäischen Telekommunikationsunternehmens.

Die technische Infrastruktur für die gestörten Portale wird vom Internet-Dienstleister Datagram bereitgestellt. Im Rechenzentrum in Manhattan sei der Strom ausgefallen, teilte Datagram mit. "Der Keller ist überflutet, die Pumpe ausgefallen." Das Wasser stehe 1,50 Meter hoch.

Stand: 31.10.2012 02:27 Uhr

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