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Hurrikan Sandy in New York. Der Tag danach.

"Sandy" bringt Unmengen an Niederschlag

400 Liter Regen in drei Tagen

Auf seinem Weg nach Norden wird der Wirbelsturm "Sandy" zu einer Art von "kaltem Hurrikan". Er sei sehr schnell von der Karibik nach Norden gezogen. "Jetzt bekommt er seine Hauptenergie nicht mehr von unten, sondern von kalter Luft aus Norden", sagte der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Gerhard Lux. Daher gelte die Einstufung als "kalter Hurrikan".

Der Sturm, der sich inzwischen abschwächte und zunächst keine Hurrikan-Stärke mehr hat, bleibe gefährlich, so Meteorologen. Für die US-Ostküste bedeutet das Unmengen an Niederschlag. Bis zum Mittwoch seien 300 bis 400 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zu erwarten - das sei innerhalb von drei Tagen die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags in Deutschland in einem ganzen Jahr, erklärte der DWD.

Sandy wütet über Nordosten der USA
M. Ganslmeier, NDR Washington
30.10.2012 05:01 Uhr

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1,9 Millionen Menschen im Bundesstaat New York ohne Strom

Mit Überschwemmungen, Zerstörungen und Stromausfällen hatte "Sandy" an der dicht besiedelten Ostküste der USA für Chaos gesorgt. Am Morgen waren im Bundesstaat New York 1,9 Millionen Menschen ohne Strom, wie Gouverneur Andrew Cuomo über Twitter mitteilte. Mindestens 13 Menschen kamen durch das Unwetter ums Leben.

Andere Medien sprechen von bis zu 16 Toten. Todesopfer wurden aus New Jersey, New York, Maryland, North Carolina, West Virginia, Pennsylvania und Connecticut gemeldet. Einige der Opfer wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen.

"Sandy" war nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums (NHC) am Montagabend um 20.00 Uhr (Ortszeit, Dienstag 01.00 Uhr MEZ) nahe Atlantic City in New Jersey auf die Küste getroffen. Die Behörde hatte "Sandy" kurz zuvor zu einem posttropischen Wirbelsturm herabgestuft, weil sich die Winde etwas abgeschwächt hatten und das Unwetter nach der Vereinigung mit einer Kaltfront seine tropischen Merkmale verloren hatte.

In New York stehen die Straßen unter Wasser

In Metropolen wie New York, Washington und Philadelphia kam das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Schulen, Behörden, viele Theater und Restaurants sind geschlossen. In New York wurden Straßen überflutet. Busse und Bahnen fahren nicht, zahlreiche Flüge wurden gestrichen. Auch Dutzende Flugverbindungen von und zu deutschen Flughäfen sind betroffen. Voraussichtlich wird die New Yorker U-Bahn auch in den nächsten vier bis fünf Tagen nicht verkehren.

In New York wurden sieben U-Bahn-Schächte überschwemmt. Wie die Verkehrsbehörde MTA mitteilte, handelte es sich in diesem Bereich um die schlimmste Katastrophe seit mehr als einhundert Jahren. "Die New Yorker U-Bahn ist 108 Jahre alt, aber niemals war sie mit einer derart verheerenden Katastrophe konfrontiert, wie wir sie in der vergangenen Nacht erlebt haben", erklärte MTA-Chef Joseph Lhota.

Im Banken- und Börsenviertel steht ein Auto bis zu den Fenstern im Wasser.
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Im Banken- und Börsenviertel wurden Autos überflutet.

Teile eines Hauses im Süden von Manhatten (New York) stürzten ein.
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Teile eines Hauses im Süden von Manhatten stürzten ein.

Bürgermeister Michael Bloomberg bereitete die New Yorker darauf vor, dass der Stromausfall noch mehrere Tage andauern könne: "Zuerst einmal muss das Wasser weg sein", sagte er - das könne dauern.

Die Börsenleitung in New York beschloss, den Handel an der Wall Street auch heute auszusetzen. Bereits am Montag waren New York Stock Exchange und Nasdaq zum ersten Mal seit 27 Jahren wetterbedingt geschlossen geblieben.

Alarm im Atomkraftwerk

Wegen des Sturms wurde im ältesten Atomkraftwerk der USA ein Alarm ausgelöst. Wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels sei der Alarm im Kernkraftwerk Oyster Creek südlich von New York ausgelöst worden, teilte die US-Atomaufsichtsbehörde NRC mit. Das Kraftwerk sei zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen.

Sollten die Fluten weiter steigen, könnten die Wasserpumpen des Reaktors beeinträchtigt werden, die für das Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente genutzt würden. Das Unternehmen könne aber notfalls Wasser aus dem Reservoir für den Brandschutz nutzen, um das Abklingbecken zu kühlen. Oyster Creek ist seit 1969 am Netz und das älteste laufende Atomkraftwerk der USA.

New York kämpft mit den Folgen des Wirbelsturms "Sandy"
tagesschau 17:00 Uhr, 30.10.2012, Stefan Niemann, ARD Washington

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Dammbruch in New Jersey

In einer Ortschaft in New Jersey brach ein Deich. Eine Behördensprecherin sagte der Zeitung "The Record", der Ort Moonachie stehe unter Wasser. Bis zu 1000 Menschen müssten möglicherweise in Sicherheit gebracht werden. In einer Wohnwagensiedlung hätten sich die Bewohner auf die Dächer gerettet. Der Polizeichef von Little Ferry, Ralph Verdi, sagte im Sender CNN, Rettungskräfte brächten Anwohner in Sicherheit. Der Pegel sei mancherorts bis zu 1,8 Meter gestiegen.

Mittlerweile haben neun Bundesstaaten den Notstand ausgerufen.

Stand: 30.10.2012 13:47 Uhr

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