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Wirbelsturm

"Sandy" steuert auf Ostküste zu

New York und Washington bereiten sich vor

Die Ostküsten-Metropolen wie New York und Washington bereiten sich auf einen der schwersten Wirbelstürme seit Jahrzehnten vor. Ab Montagabend könnte der Sturm dem gesamten östlichen Drittel der USA Starkregen und Schnee bringen, sowie Überschwemmungen und Stromausfälle auslösen.

Der schon jetzt wegen seiner enormen Ausbreitung als historisch eingestufte Wirbelsturm drehte nach seinem Zug durch die Karibik in Richtung US-Ostküste - einer der am dichtesten besiedelten Regionen der USA. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus. Delaware ordnete für küstennahe Gebiete Zwangsevakuierungen an. Schulen sollen geschlossen bleiben, Supermärkte wurden leergekauft. Die Bürger deckten sich vor allem mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Batterien ein.

Arbeiter stapeln Sandsäcke in New York.
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Arbeiter stapelten Sandsäcke in New York.

Ein Mann bringt Holzplatten an die Schaufenster eines Ladens an
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Ein Mann bringt in Maryland Holzplatten an einem Laden an.

New York stellt den Nahverkehr ein

In New York beschlossen die Behörden, den öffentlichen Nahverkehr ab Sonntagabend einzustellen. Sie fürchten wegen starker Winde und Überschwemmungen zu hohe Risiken für den Bus- und U-Bahnbetrieb. Frühestens zwölf Stunden nach dem Sturm könne der Betrieb wieder aufgenommen werden, sagte der Chef der New Yorker Verkehrsbehörde MTA, Joseph Lhota. "Ich denke, Montag und Dienstag werden schwierige Tage." Auch die staatlichen Schulen bleiben vorerst geschlossen. Die New Yorker Börse will dagegen wie geplant am Montagmorgen öffnen.

Zudem wurden Tausende Flüge vorsorglich abgesagt. Hauptsächlich betroffen seien die Flughäfen Newark, Washington-Dulles und Philadelphia, meldet die Fluginformationsplatform flightaware.com. Auch aus Deutschland wurden erste Verbindungen nach Nordamerika gestrichen. United Airlines und Singapore Airlines sagten fünf Verbindungen ab, Air Berlin strich zehn Flüge von und nach New York, die Lufthansa sagte 15 Verbindungen an die US-Ostküste ab.

Vorbereitungen auf Hurrikan "Sandy" an der US-Ostküste
tagesthemen 22:45 Uhr, 28.10.2012, Marion Schmickler, ARD Washington

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In der Nacht an der Küste erwartet

Im Verlauf des Tages befand sich der Sturm rund 420 Kilometer süd-südöstlich von Cape Hatteras in North Carolina und erreichte Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Die Wetterdienste sagten voraus, dass "Sandy" sich zunächst parallel zur US-Küste nordwärts bewegen und dann scharf nach Westen in Richtung Festland abdrehen werde.

In der Nacht dürfte "Sandy" zwischen Delaware und New York die US-Küste erreichen, doch die Meteorologen sind sich über den genauen Ort nicht einig. Viele Experten warnen einmütig, dass "Sandy" deutlich größere Schäden anrichten könnte als "Irene" im vergangenen Jahr. Dieser Sturm hatte im Nordosten der USA bereits für Milliardenschäden gesorgt.

Satellitenbild von Wirbelsturm "Sandy"
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Dieses Satellitenbild vom frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) vermittelt einen Eindruck von der Größe des Wirbelsturms "Sandy".

"Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile"

Durch "Sandy" starben in der Karibik bereits mindestens 66 Menschen. Der Sturm ist nicht so sehr wegen seiner Windgeschwindigkeit gefürchtet, sondern wegen seiner enormen Ausdehnung und seines besonderen Charakters: Er ist eine Mischung aus Wintersturm mit arktischer Kaltluft und einem typischen Tropensturm. Aus dieser Kombination, so fürchten Experten, könnte ein besonders schwerer Sturm mit katastrophalen Folgen entstehen. "Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile", sagt der Meteorologe Louis Uccellini, der die Voraussagen für die US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA trifft.

Wegen der ungeheuren Ausmaße des Sturms taufte ihn der NOAA-Meteorologe Jim Cisco "Frankenstorm", in Anlehnung an Frankensteins Monster aus dem Roman von Mary Shelley. Der Sturm könnte auf einer Strecke von fast 1300 Kilometern Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern erzeugen. Doch es sind vor allem die schweren Niederschläge, die im Inland niedergehen sollen, die den Meteorologen Sorge bereiten. Manche Gegenden könnten mit bis zu 30 Zentimetern Regen durchtränkt, andere mit bis zu 60 Zentimetern Schnee bedeckt werden.

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Wirbelsturm "Sandy" bedroht die Ostküste der USA

Satellitenbild

Der schon jetzt wegen seiner enormen Ausbreitung als historisch eingestufte Wirbelsturm "Sandy" nimmt nach seinem desaströsen Zug durch die Karibik Kurs auf die Ostküste der USA - einer der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes. (Foto: Reuters)

"Nichts als Ärger"

Der Sturm ist deshalb so gefährlich und ungewöhnlich, weil er erst ganz zum Ende der Hurrikansaison und zum Beginn der Winterstürme zuschlägt. "Man nehme das schlechteste von beiden - einen Teil Hurrikan, einen Teil Nordoststurm - und man hat nichts als Ärger", sagt der Direktor des privaten Wetterdienstes Weather Underground, Jeff Masters.

In den USA stehen insgesamt 60.000 Helfer der Nationalgarde bereit, um auf die erwarteten Windschäden und Überflutungen zu reagieren. Auch die Energieunternehmen verlegten ihr Personal, um schnell mit den Reparaturen beginnen zu können. Die Stromausfälle könnten einige Millionen Amerikaner betreffen und etwa eine Woche andauern. Insgesamt könnten 60 Millionen Amerikaner vom Sturm betroffen sein.

Stand: 28.10.2012 23:09 Uhr

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