Hillary Clinton (li.)  und Bernie Sanders diskutieren während der TV-Debatte | Bildquelle: AFP

Letzte TV-Debatte vor erster US-Vorwahl Waffen, Goldman Sachs und ein bisschen Iran

Stand: 18.01.2016 07:21 Uhr

Bei der letzten TV-Debatte vor der ersten Vorwahl haben sich die Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten hitzige Wortgefechte geliefert. Clinton griff ihren Konkurrenten Sanders wegen seiner Haltung zum Waffenbesitz an, er konterte mit ihren Beziehungen zu Großbanken.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Es gab mal die Sorge, die Vorwahlen der Demokraten könnten zu einer Krönungsmesse für Hillary Clinton werden - davon ist die Partei aber weit entfernt. Clinton führt zwar weiter die Umfragen an, aber Senator Bernie Sanders holt auf. Darum gab es bei der vierten Debatte auch keine demonstrative Eintracht mehr, sondern heftigen Streit und gegenseitige Attacken.

Der Dritte Kandidat in der Runde, Martin O'Malley, versuchte, kräftig mitzumischen. In den Umfragen ist er aber abgeschlagen.

Clinton und Sanders streiten bei TV-Debatte über Waffengesetze
tagesschau 20:00 Uhr, 18.01.2016, Stefan Niemann, ARD Washington

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"Er stimmte für Immunität für Waffenhersteller"

Clinton setzte den Ton, indem sie Sanders an seiner schwächsten Stelle angriff: sein Abstimmungsverhalten bei Waffengesetzen. Sie attackierte: "Er hat mehrere Male mit der Waffenlobby gestimmt. Er stimmte fünf Mal gegen das Brady-Gesetz. Er stimmte für Immunität für Waffenhersteller und - verkäufer. Er stimmte für Waffen in der Bahn und in Nationalparks. Er stimmte dagegen, Geld für Forschung auszugeben, wie wir Leben retten können."

Sanders versuchte häufiger, sein Abstimmungsverhalten zu erklären: Er kommt aus dem ländlichen Vermont, wo seine Wähler gerne ein Gewehr im Schrank haben. Allerdings steht er damit gegen eine große Mehrheit der Demokraten, die strengere Waffengesetze wollen.

Beim Thema Wall Street musste sich dagegen Clinton rechtfertigen. Sanders ist stolz darauf, seinen Wahlkampf mit kleinen Spenden zu finanzieren. Auf Clinton gemünzt sagte er: "Ich bekomme kein Geld von großen Banken, keine Redehonorare von Goldman Sachs. Wenn ich sehe, dass drei der vier größten Banken größer sind als vor der Krise: Wir müssen Gesetze zurückbringen, wir müssen diese riesigen Finanz-Institute zerschlagen."

Das Gesundheitssystem und die Lobbyisten

Hillary Clinton und Bernie Sanders bei der TV-Debatte | Bildquelle: AFP
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Clinton (li.) und Sanders liegen in den Umfragen wieder eng beieinander.

Clinton und Sanders stritten besonders um das Wohlwollen ihrer Partei, das sah man beim demokratischen Lieblingsthema Gesundheitsreform. Clinton verteidigte ausdrücklich die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama, auf die viele Demokraten stolz sind. Sie versprach, sie gegen Angriffe der Republikaner zu verteidigten und sie weiter auszubauen.

Dagegen will Sanders eine einheitliche Krankenversicherung für alle Amerikaner einführen: "Wissen sie, warum wir nicht tun können, was jedes andere große Land tut? Wir haben ein Wahlkampffinanzierungssystem, das korrupt ist. Wir haben eine Pharmaindustrie, die hunderte Millionen Dollar in den Wahlkampf steckt. Private Krankenversicherungen machen das genauso."

Das war eines der Hauptthemen für den selbst ernannten Sozialisten Sanders: Die Millionen von Dollars, die reiche Lobbyisten ins politische System pumpen und damit die Entscheidungen beeinflussen. Das ist ein Thema, dass bei der demokratischen Basis ankommt - allerdings bekam Sanders nicht immer Applaus, wenn er dieses Thema wieder hervorholte.

Clinton will Rassismus in der Polizei bekämpfen

Clintons Vorteil war der Ort der Fernseh-Debatte: Diese fand in Charleston im südlichen Bundesstaat South Carolina statt. Die Stadt erlange traurige Berühmtheit, weil hier im vergangenen Jahr ein weißer Mann neun Schwarze in einer Kirche erschoss.

Clinton kommt in Umfragen bei schwarzen Parteimitgliedern weitaus besser an als Sanders. Das versuchte sie auszubauen, zum Beispiel durch heftige Kritik an der Polizei: "Es muss eine abgestimmte Aktion geben, um den systematischen Rassismus in unserem Polizei-System zu bekämpfen."

Blick in die Halle, in der das TV-Duell stattfand | Bildquelle: REUTERS
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Ein TV-Duell in South Carolina nützte eher Hillary Clinton - Blick in die Rede-Arena.

Sanders liegt in New Hampshire vorn

Außenpolitische Themen wie Iran, Syrien oder Russland spielten zwar auch eine Rolle, aber hier zeigten die Kandidaten eher Einträchtigkeit. Es gab nur einen Hinweis, was Europa von einer Präsidentin Clinton erwarten könnte: Sie forderte von Europa eine härtere Gangart gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin.

Wer sich am Ende als Präsidentschaftskandidaten der Demokraten durchsetzt - das müssen jetzt die Vorwahlen zeigen. Die ersten beiden finden in Iowa und New Hampshire statt. Hier liefern sich Clinton und Sanders ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in New Hampshire liegt Sanders sogar vorn. Es ist bei den Demokraten also doch noch spannend geworden.

Hitzige Wortgefechte bei TV-Debatte der Demokraten
J. Bösche, ARD Washington
18.01.2016 06:47 Uhr

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