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Korruptionsprozess in Kroatien
Zehn Jahre Haft für Ex-Regierungschef Sanader
Der frühere kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader ist von einem Gericht in Zagreb wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.
Nach Informationen des ARD-Hörfunkstudios in Wien muss Sanader zusätzlich zur Gefängnisstrafe umgerechnet 5,5 Millionen Euro innerhalb der nächsten 15 Tage zahlen sowie die Prozesskosten in Höhe von etwa 5000 Euro tragen.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 59-Jährige etwa zehn Millionen Euro Schmiergeld vom ungarischen Energiekonzern MOL erhalten hat. Im Gegenzug sicherte er dem Konzern Kontrollrechte bei der staatlichen kroatischen Ölfirma INA zu. Außerdem erhielt Sanader nach Überzeugung der Richter 545.000 Euro von der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria.
Die Staatsanwaltschaft hatte die höchstmögliche Strafe von 15 Jahren Haft gefordert. Die Verteidigung Sanaders plädierte dagegen auf Freispruch, da ihrer Ansicht nach die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Laufe des Prozesses nicht bewiesen worden seien.
Opfer einer Schmutzkampagne?
Sanader, der bis 2009 den Parteivorsitz der konservativen HDZ inne hatte, sieht sich als Opfer einer Schmutzkampagne seiner früheren Vertrauten Jadranka Kosor. Diese hatte nach ihrem Amtsantritt die Bekämpfung der Korruption zu einem zentralen Ziel erklärt. Sie leitete bis Frühjahr dieses Jahres die HDZ.
Sanader ist der erste hochrangige Politiker, der in dem früheren jugoslawischen Teilrepublik wegen Korruption verurteilt wird. Die EU hatte Kroatien, das im Juli 2013 als 28. Mitglied der Staatengemeinschaft beitreten will, aufgefordert, den Kampf gegen die Korruption zur Priorität zu machen.
Kroatischer Ex-Regierungschef Sanader zu zehn Jahren Haft verurteilt
tagesschau 11:00 Uhr, 20.11.2012
Stand: 20.11.2012 11:10 Uhr
