Eine Aufnahme vom 13. Juni 2018: Menschen an Bord des italienischen Küstenwachschiffs "Diciotti" | Bildquelle: dpa

Asylpolitik in Italien Salvini blockiert eigene Küstenwache

Stand: 11.07.2018 22:07 Uhr

Der italienische Innenminister Salvini hat einem Schiff der italienischen Küstenwache mit Flüchtlingen an Bord das Anlegen in Italien verwehrt. Nun gibt es offenbar doch eine Lösung für die aus Seenot geretteten Menschen.

Italien verschärft seinen harten Kurs bei der Schließung von Häfen für Schiffe mit Flüchtlingen an Bord: Innenminister Matteo Salvini hat einem Schiff der italienischen Küstenwache mit Flüchtlingen das Anlegen in Italien verwehrt.

Der stellvertretende Regierungschef und Parteivorsitzende der fremdenfeindlichen Lega forderte "Garantien", bevor die "Diciotti" mit den 67 Flüchtlingen einlaufen dürfe. Sie sollten zunächst einige Zeit im Gefängnis verbringen und dann in ihre Heimat zurückgebracht werden, so Salvini.

Das Schiff habe nun die Erlaubnis, Donnerstagmorgen den Hafen im sizilianischen Trapani anzulaufen, schrieb die italienische Tageszeitung "Repubblica" unter Berufung auf den italienischen Verkehrsminister Danilo Toninelli.

Italiens Innenminister Salvini in Rom | Bildquelle: AFP
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Will ein Schiff der italienischen Küstenwache am Einlaufen hindern: Innenminister Matteo Salvini.

Einige Flüchtlinge an Bord der "Diciotti" sollen zuvor auf einem anderen italienischen Schiff gegen die Besatzung vorgegangen sein - aus Furcht, nach Libyen zurückgebracht zu werden. Offenbar hatten sich die Besatzungsmitglieder dabei im Kommandoraum eingeschlossen und die Rettungszentrale in Rom verständigt.

Proteste in Rom

Im Rom protestierten Dutzende Menschen gegen den Kurs der Regierung. Die rund 50 Aktivisten vom Netzwerk #RestiamoUmani (Wir bleiben menschlich) trugen orangefarbene Rettungswesten und fesselten sich vor dem Verkehrsministerium an Händen und Füßen. Auf Plakaten erinnerten sie an die "Verpflichtung zur Hilfeleistung".

Nach Angaben der italienischen Regierung trafen seit Jahresbeginn fast 16.700 Flüchtlinge an den Küsten des Landes ein, davon 11.000 aus Libyen. Das seien 80 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Innenministerium mit. Salvini will die Zahl auf Null senken.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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