Ein Fitnessarmband zum Aufzeichnen von Daten. | Bildquelle: dpa

Maas zum Safer Internet Day Wie sicher sind die Fitnessdaten?

Stand: 09.02.2016 15:00 Uhr

Schritte aufzeichnen, Kalorien zählen, Puls messen: Jeder dritte Deutsche zeichnet mithilfe von Apps oder Fitness-Armbändern seine Gesundheitswerte auf. Die Technik bietet Chancen. Doch Verbraucherminister Maas warnt vor dem Missbrauch dieser sensiblen Daten.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Hauptstadtstudio

Fitness-Armbänder, die Daten speichern? Justizminister Heiko Maas kennt dies aus seinem privaten Alltag: "Ich nutze sowas beim Sport und kontrolliere mich selbst. Ich werte das auch tatsächlich am Computer aus - allerdings nicht für meine Krankenkasse, sondern für meine Sportplanung. Ich stelle das auf jeden Fall nicht, wie andere, auf Facebook ein."

Fitness-Daten sind Teil der Privatsphäre

Denn sobald Gesundheitsdaten den heimischen Computer verlassen, warnt der Justizminister beim Safer Internet Day, sei Vorsicht geboten. Fitness- und Gesundheitsdaten seien Teil der Privatsphäre, hier sei besonderer Schutz notwendig. Es müsse verhindert werden, dass körperliche und seelische Schwächen auf dem Datenmarkt die Runde machten. Er werde deshalb prüfen, ob die Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten eingeschränkt werden muss.

Bundesjustizminister Maas
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Auch Minister Maas zeichnet seine Fitness-Daten auf - aber nur privat.

Gleichzeitig rief Maas dazu auf, die Datennutzung von Fitness-Armbändern oder -apps im Gesundheitsbereich nicht generell zu verteufeln. Es bestünden Risiken, aber auch Chancen die abgewogen werden müssten.

Lukrative Informationen für die Krankenkassen?

Wichtig sei, dass der Patient sich immer freiwillig entscheiden kann, ob er eine Nutzung seiner Gesundheitsdaten möchte oder nicht. Dafür müsse er aber ausreichend und verständlich informiert werden.

Vertreter verschiedener Krankenkassen hatten in den vergangenen Tagen vorgeschlagen, Bewegungsdaten zum Beispiel von Fitness-Armbändern für eine elektronische Patientenakte zu nutzen. Diese Pläne seien "nicht unproblematisch", betonte Maas.

Wie sicher sind Fitness-Armbänder?
tagesschau 20:00 Uhr, 09.02.2016, Justus Kliss, RBB

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Der Chef der Bundes-Verbraucherzentrale, Klaus Müller, warnte eindringlich: "Ich sehe das mit erheblicher Sorge: Ein Blick ins europäische Ausland, nach Italien, zeigt, dass der Konzern Generali dort schon heute Gesundheitsversicherungen anbietet, die daran gekoppelt sind, wie ich mich verhalte." Dies sei eine gefährliche Entwicklung, weil dadurch sensible Gesundheitsangaben zum Teil des großen Datenmarktes würden.

Jeder Dritte zeichnet Fitnessdaten auf

Privat zeichnen bereits heute zahlreiche Deutsche ihre Fitness- und Gesundheitswerte digital auf. 31 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren nutzen Fitness-Armbänder, Smartphones mit Gesundheitsapps oder Smartwatches. Das belegt eine heute vorgestellte Studie von Bitkom, dem Branchenverband der deutschen IT-Industrie.

In der Studie sei auch gefragt worden, wem die Menschen ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen würden, so Bitkom-Chef Bernhard Rohleder. "Die Patienten vertrauen vor allem ihren Ärzten und weniger den Krankenkassen. Drei Viertel der Patienten sind bereit, dem behandelnden Arzt Gesundheits- und Vitaldaten zur Verfügung zu stellen und versprechen sich davon natürlich eine bessere Therapie." Bei der Verarbeitung von sensiblen Gesundheitsdaten dürfe die Datenübertragung ausschließlich verschlüsselt erfolgen. Außerdem müssten die Patienten immer wissen, wo ihre Daten gespeichert und wie sie ausgewertet werden, sagte Rohleder.

In der "Süddeutschen Zeitung" sprach sich der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Laumann grundsätzlich dafür aus, die Möglichkeiten der Digitalisierung auch im Gesundheitswesen zu nutzen. Zugleich aber mahnte auch Laumann: Kein Patient dürfe gedrängt werden, seine Daten herauszugeben.

Maas für sensiblen Umgang mit Gesundheitsdaten
J. Seisselberg, ARD Berlin
09.02.2016 14:23 Uhr

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