Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 04:55 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 02:05 Uhr
Inhalt
Ausland
Dissidenten Hu Jia
Chinesischer Bürgerrechtler erhält Sacharow-Preis
Sacharow-Preis für chinesischen Bürgerrechtler

EU verärgert China mit Preis für Hu

Der chinesische Dissident Hu erhält den diesjährigen "Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit" des Europaparlaments. Ein Schlag gegen China - das im Vorfeld der Preisvergabe mit Konsequenzen für die EU gedroht hatte.

Von Petra Aldenrath,ARD-Hörfunkstudio Peking

Selber entgegennehmen kann der Menschenrechtler Hu Jia den "Sacharow-Preis" nicht. Hu sitzt seit einem dreiviertel Jahr in einem Pekinger Gefängnis. Er wurde 1973 geboren, ist also heute 35 Jahre alt. Seit langem beschäftigte er sich mit dem Umweltschutz und mit dem Thema Aids. Zum ersten Mal geriet Hu ins Visier der Staatssicherheit, nachdem er einen gigantischen Aidsskandal mit aufdeckte, den die Regierung vertuschen wollte. Das ist mehr als fünf Jahre her. Seitdem wurde Hu streng observiert und immer wieder unter Hausarrest gesetzt.

[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]

Ehepaar Hu durfte nicht ins Ausland reisen

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen wollte Hu mit seiner Frau ins Ausland reisen und dort einen Film zeigen, der dokumentiert wie es ist, unter Bewachung zu leben. Das Ehepaar wurde an der Reise gehindert. Damals sagte Hu: "Wenn die internationale Gemeinschaft diesen Film sehen würde, dann hätte das vielleicht negative Auswirkungen auf die Olympischen Spiele 2008. Das will die chinesische Regierung nicht. Sie wollen die Olympischen Spiele nutzen, um zu zeigen, wie gerecht es hier zugeht, wie harmonisch unsere Gesellschaft ist. Deswegen werden zigtausend Menschen nun vor den Spielen inhaftiert oder unter Hausarrest gestellt."

EU-Anhörung brachte Hu ins Gefängnis

Bürgerrechtler Hu Jia  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Sacharow-Preisträger Hu sitzt seit Dezember in einem Pekinger Gefängnis. ]
Genau das passierte auch mit Hu. Im Dezember 2007 wurde er mit Hilfe einer Webkamera an einer Anhörung des Europäischen Parlaments zur Lage der Menschenrechte in China zugeschaltet. Er bezeichnete die Austragung der Olympischen Spiele in China als Menschenrechts- katastrophe. Bald darauf schlug die Staatssicherheit in einer Nacht- und Nebelaktion zu. Hu wurde verhaftet. Obwohl er schwer leberkrank ist, wurde er im April 2008 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sein Anwalt war geschockt. "Hu braucht medizinische Betreuung. Er hat heute vor Gericht kein Wort gesprochen. Es wurde nur das Urteil verkündet. Der Richter hat ihn auch nicht aufgefordert zu sprechen."

Hu leidet an Leber-Krankheit

Hu wurde ein halbes Jahr vor seiner Verhaftung Vater. Seine Frau und das Kind stehen bis heute unter Hausarrest. Um seine Frau von der Öffentlichkeit abzuschirmen, wurden ihr Telefone und Computer abgenommen. Wie der gesundheitliche Zustand ihres im Gefängnis sitzenden Mannes ist, ist nicht bekannt. Die chinesische Regierung wird die Vergabe des "Sacharow-Preises für Demokratie und Menschenrechte" an den inhaftierten Menschenrechtler Hu scharf ablehnen. Davon ist auszugehen. Sie hat bereits im Vorfeld der Preisvergabe damit gedroht, dass es den Beziehungen zwischen China und der EU ernsthaft schaden könne, wenn der Sacharow-Preis an den Dissidenten Hu verliehen würde.

Stand: 23.10.2008 12:22 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW