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[Bildunterschrift: Sacharow-Preisträger Hu sitzt derzeit im Gefängnis. ]
Ungeachtet des massiven Drucks der chinesischen Regierung hat das Europaparlament den diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit an den chinesischen Bürgerrechtsaktivisten Hu Jia verliehen. Über die Preisverleihung hatten der Präsident des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering und die Chefs der Fraktionen gemeinsam entschieden.
China hatte nach Angaben mehrerer Sprecher mit Briefen an Pöttering und die Fraktionschefs vor der Vergabe des Preises an den prominenten Dissidenten gewarnt. Die feierliche Preisübergabe ist am 17. Dezember geplant. Ob der in China inhaftierte Dissident dazu nach Straßburg kommen kann, ist ungewiss.
Hu kämpft vor allem für Umweltschutz und gegen die Diskriminierung von Aids-Kranken. Im vergangenen November hatte er einem Ausschuss des Europaparlaments per Videokonferenz von Menschenrechtsverletzungen in China berichtet. Daraufhin wurde er festgenommen und wegen "Aufrufs zu Subversion" zu dreieinhalbjähriger Haft verurteilt.
Der "Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit" wurde vor 20 Jahren vom Europaparlament geschaffen. Mit ihm werden Menschen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maß für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Im vergangenen Jahr ging die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung an den sudanesischen Menschenrechtsanwalt Salih Mahmud Osman. Frühere Preisträger waren unter anderem der ehemalige südafrikanische Präsident und Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, der chinesische Dissident Wei Jingsheng und der kubanische Oppositionelle Oswaldo Payá.
Hu setzte sich gegen zwei andere nominierte Kandidaten durch - den früheren weißrussischen Präsidentschaftskandidaten Alexander Kosulin und den Vorsitzenden der unabhängigen Wahlkommission von Kongo, Abbot Apollinaire Malu Malu.
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