Mark Rutte und Geert Wilders im TV-Duell | Bildquelle: dpa

Niederländischer Wahlkampf Hitziges TV-Duell mit Rutte und Wilders

Stand: 14.03.2017 03:11 Uhr

Am Mittwoch wählen die Niederländer ein neues Parlament. Eines ist sicher: Das Rennen wird sehr knapp. In einem TV-Duell haben sich der rechtsliberale Premier Rutte und der Rechtspopulist Wilders zwei Tage vor der Abstimmung einen Schlagabtausch geliefert.

Zwei Tage vor der Wahl in den Niederlanden haben sich der rechtsliberale Ministerpräsident Mark Rutte von der VVD und der rechtspopulistische Oppositionspolitiker Geert Wilders ein hitziges Fernseh-Duell geliefert. Die beiden Parteien sind momentan in den Umfragen am stärksten - auch wenn beide nur mit weniger als 20 Prozent rechnen können.

Rutte warf dem Chef der einwanderungsfeindlichen Partei für die Freiheit (PVV) vor, mit "radikalisierten" und "extremen" Parolen auf Stimmenfang zu gehen. "Es ist etwas anderes, ob man auf dem Sofa sitzt und twittert oder ob man ein Land regiert", sagte Rutte in Anspielung auf Wilders' häufigen Gebrauch des Kurzbotschaftendienstes Twitter. "Wenn man Verantwortung für ein Land hat, muss man überlegte Maßnahmen ergreifen."

Rutte wiederholte sein Versprechen, dass er "niemals" mit Wilders' Partei koalieren werde. Dessen Versprechen könnten die Probleme das Landes nicht lösen. So verspottete er Wilders' Ankündigung, den Koran zu verbieten und fragte Wilders, ob er vielleicht eine "Koran-Polizei" aufstellen wolle, deren Beamte dann von Tür zu Tür zögen, um den Muslimen ihre heiliges Buch wegzunehmen.

Niederlande vor der Wahl
tagesschau24 11:00 Uhr, 14.03.2017, Siv-Brit Kühl

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"Sie lassen sich von Erdogan als Geisel nehmen"

Wilders versuchte in dem Fernsehduell, die gegenwärtige Krise im Verhältnis mit der Türkei auszuschlachten. "Sie lassen sich von Erdogan als Geisel nehmen", warf er Rutte vor. Der PVV-Chef forderte eine Ausweisung des türkischen Botschafters wegen des Streits um die verhinderten Auftritte türkischer Minister, zudem bekräftigte er die Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime.

Wilders porträtierte sich in dem 30-minütigen Duell als Kämpfer gegen das politische Establishment. Er trete an gegen "Lügner" in der Politik, sagte der langjährige Abgeordnete. Den Wählern rief Wilders mit Blick auf Rutte zu: "Wenn Ihr die Niederlande für Euch zurückgewinnen wollt, dann verjagt diesen Mann und wählt mich ins Amt des Ministerpräsidenten." Er wolle das Land aus der EU führen.

Knappes Rennen erwartet

Bei der Wahl am Mittwoch in den Niederlanden wird ein knappes Rennen erwartet. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage verdrängte Ruttes rechtsliberale Partei VVD die PVV von Wilders auf den zweiten Platz. Eine Regierungsbildung unter Wilders gilt als ausgeschlossen, weil ihm im stark zersplitterten niederländischen Parlament die benötigten Koalitionspartner fehlen.

Es gehe aber darum, so Rutte, vor den kommenden Wahlen in Europa ein Zeichen zu setzten. Die Parlamentswahl in Holland sei das Viertelfinale im Kampf gegen die Populisten sagte er. Das Halbfinale folge bald in Frankreich. Und das Finale steige dann im Herbst in Deutschland.

Mit Informationen von Ludger Kazmierczak, ARD-Studio Den Haag

Das TV Duell zwischen Rutte und Wilders
L. Kazmierczak, ARD Den Haag
13.03.2017 22:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. März 2017 um 23:30 Uhr

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