Das russische Konsulat in San Francisco | Bildquelle: dpa

Russische Einrichtungen in den USA Unter Protest geräumt

Stand: 03.09.2017 13:41 Uhr

Im diplomatischen Streit mit den USA hat Russland drei seiner Einrichtungen in den USA geräumt. Die Anordnung, diese zu schließen, nennt Moskau einen "stumpfen Akt der Feindseligkeit". Zuvor hatte Russland den Abzug zahlreicher US-Diplomaten verlangt.

Unter scharfem Protest hat Russland drei seiner Einrichtungen in den USA geräumt. US-Regierungsbeamte berichten, die Russen hätten dabei den Anordnungen Folge geleistet, die die US-Regierung von ihnen verlangt hatte.

Mitarbeiter des US-Außenministeriums hätten zuvor kontrolliert, ob die drei Einrichtungen von Russland geschlossen und ordnungsgemäß verlassen worden seien - im Beisein der Vertreter aus Russland. Dabei sollen alle internationalen Konventionen eingehalten worden sein. Das russische Konsulat in San Francisco sowie zwei Handelsvertretungen in Washington und New York sind damit geschlossen.

Arbeiter tragen Kisten aus dem russischen Konsulat in San Francisco. | Bildquelle: dpa
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Arbeiter räumen das russische Konsulat in San Francisco.

Das russische Außenministerium reagierte darauf mit Kritik und sprach von einem "stumpfen Akt der Feindseligkeit". Auf der Ministeriums-Website heißt es weiter: "Wir fordern die amerikanischen Behörden auf, ihre Meinung zu ändern und die russischen diplomatischen Einrichtungen sofort zurückzugeben."

Diplomatisches Ping Pong

Kurz zuvor hatte das russische Außenministerium in Moskau einen Vertreter der US-Botschaft einbestellt. Der Vorwurf: Die USA hätten gedroht, die Eingangstür zum russischen Handelsbüro in Washington aufzubrechen, um die Räume zu durchsuchen. Das sei eine "beispiellos aggressive Aktion", so das russische Außenministerium.

Auf Facebook wurde ein Video veröffentlicht, das FBI-Agenten bei der Durchsuchung des Konsulats zeigen soll. Zu sehen ist ein Mann, der an verschiedene Türen klopft, Appartments betritt, sich kurz umschaut und erklärt, alles sei in Ordnung. Ein Beamter des US-Außenministeriums erklärte hingegen, das sei die Kontrolle gewesen, ob die Einrichtungen ordnungsgemäß übergeben wurden. Beamte seien dafür gemeinsam mit russischem Botschaftspersonal durch die Räumlichkeiten gegangen. Ob das FBI beteiligt war, wurde nicht mitgeteilt.

Schwarzer Rauch in San Francisco

Die US-Regierung hatte am Donnerstag eine Schließung des russischen Konsulats in San Francisco und der Handelsvertretungen in Washington und New York bis Samstag verlangt. Sie reagierte damit auf die Anordnung aus Moskau, die Zahl der Mitarbeiter an US-Vertretungen in Russland auf 455 zu reduzieren. Auslöser hierfür wiederum war der Beschluss des US-Kongresses über neue Sanktionen gegen Russland gewesen.

Rauch über dem russischen Konsulat in San Francisco | Bildquelle: dpa
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Rauch über dem russischen Konsulat in San Francisco. Was verbrannt wurde, ist unklar.

Bereits am Freitag hatte in San Francisco schwarzer Rauch für Aufregung gesorgt, der aus dem Kamin des russischen Generalkonsulats aufstieg. Wegen des Qualms rückte die Feuerwehr an, die aber dann nicht eingreifen musste. Was dort kurz vor der angekündigten Schließung verbrannt wurde, ist nicht bekannt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. September 2017 um 08:00 Uhr.

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