Putin bei der Präsidentschaftswahlen in Russland, Moskau | Bildquelle: REUTERS

Wahl in Russland Nur Gewinnen ist Putin zu wenig

Stand: 18.03.2018 11:23 Uhr

Die Wahl von Russlands Präsidenten Putin gilt aus ausgemacht. Es gehe ihm jedoch um mehr, als nur zu gewinnen, sagt ARD-Korrespondentin Virnich. 70 Prozent Wahlbeteiligung und 70 Prozent der Stimmen strebe er an.

Siegesgewiss hat Wladimir Putin bei der Präsidentschaftswahl in Russland seine Stimme abgegeben. Der amtierende Präsident machte am Morgen in Moskau sein Kreuz, ehe er konzentriert dreinblickend aus der Wahlkabine kam. Er sei überzeugt von der Richtigkeit des Programms, das er dem Land vorschlage, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Der 65-jährige Putin führt Russland seit 18 Jahren und steuert bei der Wahl ungefährdet eine vierte Amtszeit im Kreml an. Laut Verfassung würde sie bis 2024 dauern. Die Kreml-Strategen haben jedoch die magische Zahl "70-70" als Zielmarke gesetzt: 70 Prozent Wahlbeteiligung und 70 Prozent der Stimmen für Putin. Ein solcher Sieg würde Putin bei seinen politischen Zukunftsplanungen stärken.

Birgit Virnich, ARD Moskau, zur Präsidentenwahl in Russland
tagesschau24 10:00, 18.03.2018

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Sieg soll Putins Popularität belegen

ARD-Korrespondentin Birgit Virnich sagte in der tagesschau: "Mit so einem Sieg will man belegen, dass die Popularität ungebrochen ist. Und damit könnte Wladimir Putin dann weitere sechs Jahre unangefochten regieren. Das ist das ausgewiesene Ziel Putins und auch der Kreml-Strategen."

Laut Virnich sind 50.000 russische Wahlbeobachter im Einsatz. Viele Beobachter der Opposition seien jedoch nicht zugelassen worden, so Virnich. Unter anderem betreffe das die russische Nicht-Regierungsorganisation Golos und Mitarbeiter des Oppositionellen Alexej Nawalny. Nur 1500 Wahlbeobachter würden aus dem Ausland stammen, so Virnich. Bei 98.000 Wahllokalen sei das eine verschwindend geringe Zahl.

Unregelmäßigkeiten in mehreren Wahllokalen

Beobachter der Präsidentschaftswahl meldeten Unregelmäßigkeiten in mehreren Wahllokalen. Die Wahlbeobachtungsgruppe Golos teilte mit, dass es anscheinend an Dutzenden Orten - vom fernen Osten bis nach Moskau - Verstöße gegen die Wahlordnung gegeben habe. Dazu zählten demnach Wahlurnen, die außer Sichtweite von Beobachtungskameras platziert wurden, sowie Änderungen bei der Wählerregistrierung in letzter Minute, mit der wahrscheinlich eine höhere Beteiligung erzielt werden sollte.

Auf der Halbinsel Kamtschatka öffneten die Wahllokale am Morgen um 8 Uhr Ortszeit (Samstagabend 21.00 Uhr MEZ). Das größte Land der Welt erstreckt sich über elf Zeitzonen. Wahlberechtigt sind etwa 109 Millionen Menschen. Erste Ergebnisse werden nach Schließung der Wahllokale in der Ostsee-Exklave Kaliningrad am Sonntag um 19.00 Uhr MEZ erwartet.

Die Polizei ging gestern massiv gegen Anhänger des Oppositionellen Nawalny vor, der zu einem Boykott der Wahl aufgerufen hatte. Mehrere Aktivisten seien festgenommen worden, schrieb Nawalny auf Twitter.

Putins Wahlergebnisse seit 2000

Die bisherigen Ergebnisse für Wladimir Putin und die Beteiligungen bei den vergangenen Präsidentenwahlen in Russland:

2012: Nach vier Jahren als Regierungschef (2008-2012) wird Putin mit 63,6 Prozent wieder ins Präsidentenamt gewählt. Offiziell geben 65,3 Prozent der Wähler ihre Stimme ab.

2004: Mit 71,3 Prozent wird Putin im Amt bestätigt. 64,4 Prozent der wahlberechtigten Russen stimmen ab.

2000: Rund 52,9 Prozent der Wähler stimmen für Putin. Die Wahlbeteiligung liegt offiziell bei 68,7 Prozent.

Präsidentschaftswahlen in Russland, Moskau | Bildquelle: SERGEI ILNITSKY/EPA-EFE/REX/Shut
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109 Millionen Menschen sind wahlberechtigt, hier ein Mann bei der Stimmabgabe in Moskau.

Konflikt mit dem Westen

Die Wahl findet am vierten Jahrestag der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim statt, die Putins Popularität damals gestärkt hatte. Überschattet wird die Abstimmung nun zusätzlich durch den Konflikt mit dem Westen nach dem Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien. London, Berlin, Paris und Washington sehen die Verantwortung bei Moskau. Russland dementiert jede Schuld. Großbritannien wies inzwischen 23 Diplomaten aus. Danach erklärte Moskau 23 britische Vertreter zu unerwünschten Personen.

Putin selbst hatte vor der Wahl das Bild von Russland als einer belagerten Festung gezeichnet, die sich gegen Angriffe des Westens wehren müsse. In der Krise sollten sich die Bürger um ihren Präsidenten scharen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. März 2018 um 10:00 Uhr.

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