Hajo Seppelt

Seppelt soll nicht zur WM reisen Russland verweigert ARD-Dopingexperten Einreise

Stand: 11.05.2018 22:07 Uhr

Russland hat das Visum des ARD-Dopingexperten Seppelt für ungültig erklärt, das er für die Fußball-WM beantragt hatte. Die Bundesregierung und der Deutsche Journalistenverband kritisierten das Einreiseverbot scharf.

Die russischen Behörden wollen nicht, dass ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt von der in wenigen Wochen beginnenden Fußball-WM berichtet. Ihm wird die Einreise verweigert.

Seppelt steht demnach auf einer Liste der in Russland "unerwünschten Personen" und könne daher nicht in die Russische Föderation einreisen. Nähere Angaben zu den Hintergründen wurden nicht gemacht. Die ARD betrachtet dies als einen einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus und im Hinblick auf die Berichterstattung über Großereignisse wie die Fußball-WM als beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit.

"Das liegt natürlich daran, dass wir kritisch über Russland berichtet haben, dass wir das russische Staatsdoping 2014 aufgedeckt haben", sagte Seppelt dazu. "Es sieht ganz so aus, als ob das eine der Konsequenzen ist."

Fußball-WM 2018: Russland erhebt Einreiseverbot für ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt
tagesthemen 21:45 Uhr, 11.05.2018, Christian Feld, WDR

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"Großes Unverständnis" bei Programmdirektor

Bei Sportgroßereignissen wie der Fußball-WM oder den Olympischen Spielen ist der freie Zugang für Medienvertreter aus aller Welt üblicherweise selbstverständlich und gehört auch zu den Voraussetzungen für die Vergabe an Ausrichterländer. ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte dazu, er habe "mit großem Unverständnis zur Kenntnis genommen", dass Seppelt die Einreise zur Fußball-WM nach Russland verweigert werden solle. Das sei kein Zeichen von Respekt vor der Tätigkeit eines investigativen Journalisten, sondern eher dafür, dass man unangenehmen Themen gegenüber lieber die Augen verschließe. Er hoffe, dass die politischen Verantwortlichen ihre Entscheidung noch einmal überdenken.

Bundesregierung kritisiert Einreiseverbot

Stephan Mayer, der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, kritisierte das Einreiseverbot scharf: "Das ist aus meiner Sicht ein denkbar schlechter Vorbote für eine objektive und unabhängige Berichterstattung im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft", sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio.

Der Deutsche Journalisten-Verband sieht hinter der Entscheidung eine Art Vergeltungsakt Russlands: "Das ist natürlich ein enormer Einschnitt in die Pressefreiheit und zeigt, dass es der russischen Regierung darum geht, kritische Stimmen mundtot zu machen", sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall der Nachrichtenagentur dpa. "Angesichts der Tatsache, dass er die Dopingfälle in Russland öffentlich gemacht hat, kann man davon ausgehen, dass es sich um einen Rachefeldzug handelt."

Fußball-WM 2018: Russland verweigert Journalist Hajo Seppelt die Einreise

11.05.2018 19:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Mai 2018 um 17:00 Uhr.

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