Russische Luftaufnahmen von Angriffen in Syrien | Bildquelle: REUTERS

Luftangriffe sollen weitergehen Keine Pause für IS und Al Nusra

Stand: 12.02.2016 11:58 Uhr

Waffenruhe in Syrien bedeutet nicht das komplette Ende der Kampfhandlungen. Denn die Angriffe auf den "Islamischen Staat" und die Al-Nusra-Front sollen weitergehen. Und noch fehlt die Zusage der syrischen Regierung und der Rebellen, sich an der Waffenpause zu beteiligen.

Russland will auch nach Inkrafttreten der in Syrien geplanten Waffenruhe seine Luftangriffe auf die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) fortsetzen. Das kündigte Außenminister Sergej Lawrow nach den nächtlichen Verhandlungen am Morgen in München an. Die Waffenruhe, die innerhalb einer Woche beginnen soll, gelte nicht im Kampf gegen den IS und die Al-Nusra-Front, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Lawrow bekräftigte damit eine Äußerung, die auch US-Außenminister John Kerry gemacht hatte. Allerdings wirft der Westen Russland seit Monaten vor, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den IS vor allem gemäßigtere Rebellengruppen anzugreifen. Russland weist diesen Vorwurf zurück.

Golineh Atai, ARD Moskau, über die Rolle Russlands im Syrienkonflikt
ARD-Morgenmagazin, 12.02.2016

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Noch haben die Kriegsparteien nicht eingewilligt

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte hatten sich in stundenlangen Gesprächen im Vorfeld der Sicherheitskonferenz in München auf die Feuerpause geeinigt. Lawrow betonte, zunächst müssten aber die syrische Regierung und die Opposition einwilligen.

Nach Einschätzung von ARD-Korrespondentin Golineh Atai werden alle Kriegsparteien versuchen, die Zeit bis zum Waffenstillstand für weitere Geländegewinne zu nutzen, um ihre Position zu verbessern. Ob es tatsächlich zu der Waffenpause kommen werde, sei unklar, da viele Rebellengruppen in den Prozess nicht eingebunden seien.

Das von mehreren Oppositionsgruppen gegründete und in Riad ansässige Hohe Verhandlungskomitee begrüßte die Waffenruhe prinzipiell, verlangte aber "Taten statt nur Worte". Ein Rebellenvertreter warf der syrischen Regierung und dem russischen Militär vor, sie wollten erst den gesamten Norden Aleppos zerstören, ehe eine Feuerpause umgesetzt werde.

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